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Software-Fehler im Cockpit Boeing muss 737-Produktion drosseln

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Mehr als 5000 bestellte Maschinen: In den Werkshallen von Boeing werden die Stellplätze knapp.

(Foto: dpa)

Das Software-Debakel bei Boeing beginnt sich auf den Betriebsablauf auszuwirken: Der US-Flugzeugbauer reagiert auf die weltweiten Startverbote und bremst für sein Erfolgsmodell die Bänder ab. Wann die 737-Max-Jets wieder abheben, steht in den Sternen.

Nach den katastrophalen Abstürzen zweier Boeing-Maschinen vom Typ 737 Max fährt der US-Luftfahrtkonzern Boeing die Produktion von Passagierjets der gesamten Baureihe 737 zurück. Die monatliche Fertigungsrate werde ab Mitte April um fast ein Fünftel von 52 auf 42 Maschinen gedrosselt, teilte Boeing am späten Freitagabend nach US-Börsenschluss mit.

Eigentlich hatte Boeing geplant, die Produktion der bestverkauften Modellserie bis zum Sommer deutlich zu erhöhen. Zudem werde ein neues Gremium eingesetzt, hieß es, das die firmeninternen Strategien bei der Entwicklung und dem Entwurf von Flugzeugen überarbeiten solle.

Am 10. März war ein Passagierflugzeug vom Typ 737 Max 8 der Ethiopian Airlines in Äthiopien kurz nach dem Start außer Kontrolle geraten und am Erdboden zerschellt. Alle 157 Menschen an Bord kamen ums Leben. Wenige Monate zuvor, im Oktober 2018, verunglückte eine Maschine des gleichen Typs vor der indonesischen Insel Java. Dabei starben alle 189 Insassen.

Seither müssen alle Flugzeuge des Typs 737 Max am Boden bleiben. Als Ursache beider Abstürze steht die Steuerungssoftware MCAS im Verdacht. Diese soll bei einem drohenden Strömungsabriss die Nase des Flugzeugs automatisch nach unten drücken, auch wenn die Piloten von Hand gegensteuern.

Passagiere verunsichert, Airlines verärgert

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Boeing 344,00

Boeing arbeitet an einem Softwareupdate, das die US-Luftfahrtbehörde FAA noch genehmigen muss. Aufsichtsbehörden in Asien und Europa behalten sich eigene Prüfungen vor, die weitere Monate in Anspruch nehmen könnten, bevor Boeing-Kunden unter den Fluggesellschaften mit ihren 737-Max-Jets zum regulären Betrieb zurückkehren können.

Für den Hersteller Boeing haben die beiden Vorfälle schon jetzt gravierende Folgen. Abgesehen vom Image-Schaden drohen millionenschwere Schadenersatzklagen. Nach der Ankündigung der Produktionsdrosselung sank der Boeing-Kurs im nachbörslichen Handel um 2,3 Prozent.

Seit den beiden Unglücken mit insgesamt 346 Todesopfern gelten weltweit Startverbote für die Boeing-Serie 737 Max. Die Flugzeuge können derzeit zwar im Leerflug ausgeliefert werden, allerdings werden auch bei den Kunden-Airlines langsam die Stellplätze knapp. Stornierungen drohen. Die 737 Max gilt als wichtiger Verkaufsschlager von Boeing. Insgesamt lagen zuletzt Bestellungen über gut 5000 Maschinen des Typs vor. Konzernchef Dennis Muilenburg bezeichnete die Produktionskürzung als vorübergehende Maßnahme.

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Quelle: n-tv.de, mmo/AFP/dpa

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