Wirtschaft

"Keine dauerhaft hohe Inflation" Bundesregierung sieht Teuerungsrate entspannt

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Auch wenn viele Preise stark gestiegen sind - eine dauerhaft hohe Inflation erwartet die Bundesregierung nicht.

(Foto: picture alliance/dpa)

Derzeit liegt die Teuerungsrate mit 3,8 Prozent so hoch wie seit fast 30 Jahren nicht mehr, die Großhandelspreise verzeichnen den stärksten Anstieg seit 1974. Dennoch sieht das Bundeswirtschaftsministerium "keine Anzeichen einer Lohn-Preis-Spirale", die zu dauerhaft hoher Inflation führen könne.

Die Bundesregierung rechnet nicht mit einer dauerhaft hohen Inflation in Deutschland. "Eine nachhaltige Erhöhung der Teuerungsrate ist aus heutiger Sicht nicht zu erwarten", heißt es in dem nun veröffentlichten Monatsbericht des Bundeswirtschaftsministeriums. "Denn aktuell sind keine Anzeichen einer Lohn-Preis-Spirale zu beobachten, die zu dauerhaft hoher Inflation führen kann."

Eine solche Spirale kommt in Gang, wenn die Löhne wegen drohender starker Kaufkraftverluste ebenfalls kräftig angehoben werden und Unternehmen darauf mit neuen Preiserhöhungen reagieren, um ihre Gewinnmargen zu halten.

Die Teuerungsrate liegt aktuell mit 3,8 Prozent so hoch wie seit 1993 nicht mehr. Ökonomen gehen davon aus, dass sie in den kommenden Monaten die Vier-Prozent-Marke knacken wird. Dafür spricht, dass die Verkaufspreise im deutschen Großhandel im Juli so stark gestiegen wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Sie lagen um 11,3 Prozent höher als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Einen kräftigeren Anstieg gab es zuletzt im Oktober 1974 mit 13,2 Prozent während der ersten Ölkrise.

Die Entwicklung im Großhandel gilt als Indikator für zukünftige Inflationstendenzen, da er das Scharnier zwischen Herstellern und Endkunden ist. "Die Inflationsrate erhöhte sich von Juni auf Juli sprunghaft", so das Ministerium. "Maßgeblich war ein Basiseffekt aufgrund der temporären Senkung der Umsatzsteuersätze ein Jahr zuvor."

2022 soll sich Inflationsrate verringern

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Schon seit Jahresbeginn war die Inflationsrate angesichts weiterer Sonderfaktoren wie höherer Rohstoffpreise oder der CO2-Bepreisung deutlich gestiegen. "Zu Beginn des Jahres 2022 dürfte sich die Inflationsrate nach Auslaufen der Sondereffekte aber wieder deutlich verringern", heißt es im Monatsbericht. Darin wird auch auf eine zweigeteilte Konjunktur in Deutschland verwiesen.

"Während die Dienstleistungsbereiche weiter von den Lockerungen der Pandemie-Eindämmungsmaßnahmen profitieren, wird die Industriekonjunktur durch bestehende Lieferengpässe belastet", so das Ministerium. "Die positive Grunddynamik der Gesamtkonjunktur besteht jedoch weiter fort und treibt die wirtschaftliche Erholung voran."

Quelle: ntv.de, abe/rts

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