Wirtschaft

Lieferketten in GefahrBundesregierung stoppt Verkauf von Logistikfirma an China

07.10.2026, 11:55 Uhr
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Die chinesische Staatsreederei Cosco ist bereits mit 24,99 Prozent am Hamburger Containerterminal Tollerort beteiligt. (Foto: picture alliance / imageBROKER)

Das Bundeskartellamt hatte bereits grünes Licht gegeben, der Verfassungsschutz dann doch Bedenken angemeldet. Nun steht fest: China darf das Hamburger Logistikunternehmen Zippel nicht kaufen.

Die Bundesregierung blockiert wegen Sicherheitsbedenken den Verkauf von 80 Prozent der Anteile des Hamburger Logistikunternehmens Zippel an die chinesische Staatsreederei Cosco. Das sagte ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums nach einer Kabinettssitzung.

Grund dafür seien Sicherheitsbedenken. "Der Erwerb hätte Abhängigkeiten vertieft und die Resilienz von Lieferketten Deutschlands und der EU gefährdet." Bereits Ende September hatte das "Handelsblatt" berichtet, dass die Regierung strategische Abhängigkeiten fürchte, die vor dem Hintergrund politischer Verwerfungen als Druckmittel von China genutzt werden könnten.

Deutschland als größte Volkswirtschaft Europas heiße ausländische Investitionen willkommen, erklärte das Ministerium. Gleichzeitig könnten Investitionen, die die Sicherheit des Landes gefährdeten, auf Grundlage des Außenwirtschaftsgesetzes geprüft und untersagt werden. Das ist nun der Fall.

Das Bundeskartellamt hatte im Februar mitgeteilt, dass die Großreederei Cosco aus Wettbewerbssicht 80 Prozent der Zippel-Anteile übernehmen darf. Ende April wurde bekannt, dass das Bundesamt für Verfassungsschutz Bedenken gegen die Übernahme hat. Zippel ist darauf spezialisiert, Containerfracht vor allem von den Nordseehäfen Hamburg und Bremerhaven per Lkw und Bahn nach Ostdeutschland zu transportieren.

Die Reederei Cosco gehört nach der Transportmenge zu den größten der Welt. Der Konzern hatte vor Jahren für Schlagzeilen gesorgt, als der chinesische Konzern bei einem der vier Hamburger Containerterminals einstieg. Die Bundesregierung unter dem damaligen Kanzler Olaf Scholz (SPD) hatte das Geschäft mit dem Hafenbetreiber HHLA im Mai 2023 erst nach langem Ringen freigegeben und den Cosco-Anteil am Terminal Tollerort auf unter 25 Prozent begrenzt. Kritik an der Beteiligung gab es vor allem aus dem damals von den Grünen geführten Wirtschaftsministerium.

Quelle: ntv.de, csi/dpa/rts

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