Wirtschaft

Schweinefleisch plus 57 Prozent China ächzt wegen Inflation

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Schwein gehabt? Wohl eher nicht: Der Preis für Schweinefleisch ist in China exorbitant gestiegen.

REUTERS

China bekommt die Inflation nicht in den Griff. Der Druck auf die Regierung wächst, denn zum Ärger der Chinesen werden vor allem Nahrungsmittel immer teurer. Wegen der weltweiten wirtschaftlichen Ungewissheiten gilt eine weitere Leitzinserhöhung aber als unwahrscheinlich.

Die Wirtschaft brummt in China, die Teuerung allerdings auch: Die Inflation in China ist im Juli unerwartet stark um 6,5 Prozent auf den höchsten Stand seit drei Jahren gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden Nahrungsmittel sogar 14,8 Prozent teurer, wie das Statistikamt berichtete. Schweinefleisch kostet heute 57 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Als Zeichen, dass der Inflationsdruck so schnell nicht nachlassen wird, stiegen die Erzeugerpreise weiter um 7,5 Prozent. Die neuen Zahlen zeigen nach Expertenansicht, dass die bislang knappe Geldpolitik der Zentralbank offenkundig wenig erfolgreich war.

Ursache scheint klar

Neben den Turbulenzen um die Schuldenkrise in Europa und den USA sowie der Talfahrt der Börsen weltweit verstärkt die hohe Inflation die Ungewissheiten für die zweitgrößte Volkswirtschaft.

Weniger hohe Liquidität als vielmehr steigende Produktionskosten seien die Ursache für die Inflation, sagte Wang Jun, Ökonom des China Center for International Economic Exchange der Nachrichtenagentur Xinhua. Steigende Lohnkosten und Preiszuwächse bei Speiseöl deuteten auf einen weiteren Anstieg der Inflation in den nächsten Monaten hin.

Frische Hinweise

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Nahrungsmittel werden in China immer teurer.

(Foto: REUTERS)

Die Regierung hat bereits eingeräumt, dass sie ihr Inflationsziel von 4 Prozent für dieses Jahr nicht erreichen wird. Die neuen Zahlen widersprechen den Vorhersagen von Experten, die im Juni von einem Höhepunkt der Inflation gesprochen und eine Abschwächung in den kommenden Monaten erwartet hatten.

Als Hinweis auf eine weitere leichte Abkühlung der Wirtschaft schwächte sich die Entwicklung der Industrieproduktion im Juli etwas ab. Der Zuwachs betrug nur 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Experten hatten einen etwas höheren Anstieg erwartet. Im Juni war Chinas Industrieproduktion noch um 15,1 Prozent gestiegen.

Wachstum über 9 Prozent

Chinas Bruttoinlandsprodukt war im zweiten Quartal 2011 um 9,5 Prozent gestiegen. Im ersten Quartal war die zweitgrößte Volkswirtschaft der Erde im Vergleich zum Vorjahreszeitraum noch geringfügig stärker, um 9,7 Prozent, gewachsen.

Der Anstieg lag insgesamt etwas höher als die Erwartungen von Experten, die 9,4 Prozent erwartet hatten. Für die erste Jahreshälfte ergab sich ein Wachstum von 9,6 Prozent.

Quelle: n-tv.de, bad/dpa

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