Wirtschaft

DIW-Forscher untersuchen Effekt Corona-Konjunkturpaket zeigt schon Wirkung

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Bundesfinanzminister Olaf Scholz: Wegen der Corona-Krise will der Bund in diesem Jahr Rekordschulden von mehr als 200 Milliarden Euro aufnehmen, auch zur Finanzierung des umfangreichen Konjunkturpakets.

(Foto: picture alliance/dpa)

Senkung der Mehrwertsteuer, Hilfen für Kommunen, Zuschüsse für Familien: Im Sommer einigt sich die GroKo auf ein Milliarden-Paket zur Abfederung der Folgen der Krise. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung hat untersucht, ob es wirkt - und wenn ja, wie lange.

Das Konjunkturprogramm der Bundesregierung zur Abfederung der Corona-Krise zeigt einer Studie zufolge Wirkung. Es stabilisiere bereits jetzt die Wirtschaftslage und dürfte mittelfristig das Wachstum anschieben, heißt es in einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) im Auftrag des Finanzministeriums, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Die schwarz-rote Koalition hatte sich im Sommer auf ein mehr als 130 Milliarden Euro schweres Paket unter anderem mit geringerer Mehrwertsteuer, Hilfen für Kommunen und Zuschüssen für Familien verständigt. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die deutsche Wirtschaftsleistung dadurch in diesem Jahr um 1,3 und im kommenden Jahr um 1,5 Prozent höher liegt als in einem Szenario ohne Konjunkturpaket.

Erst Schrumpfung, dann Aufschwung

Die Bundesregierung geht derzeit davon aus, dass die deutsche Wirtschaft 2020 deutlich schrumpft, im kommenden Jahr aber wieder Fahrt aufnimmt. Wirtschaftsminister Peter Altmaier von der CDU geht für 2020 von einem Einbruch um 5,5 Prozent aus. Dieser wäre mit der historischen Rezession 2009 infolge der globalen Finanzkrise vergleichbar. Damals wurde ein Minus von 5,7 Prozent verzeichnet.

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Nach Einschätzung des DIW wird das Konjunkturpaket vor allem mittelfristig helfen. Zwar ziele der Großteil der Maßnahmen wie Überbrückungshilfen und Subventionen darauf ab, Unternehmen kurzfristig zu entlasten. Doch rentiere sich das Programm durch Investitionen in Höhe von rund 45 Milliarden Euro vor allem in den Jahren bis 2024. Bis dahin generiere 1 Euro öffentliche Mehrausgabe rund 1,1 Euro zusätzliche Wirtschaftsleistung. Auch wenn die finanzpolitischen Maßnahmen selbst ausliefen, wirke das Konjunkturprogramm durch die längerfristigen Investitionen nach.

Die Wissenschaftler weisen allerdings darauf hin, dass die Corona-Pandemie die Effekte des Konjunkturprogramms in den kommenden Monaten reduzieren könnte, etwa, wenn die Infektionen weiter steigen und das öffentliche Leben wieder stärker eingeschränkt werden muss.

Quelle: ntv.de, abe/dpa