Wirtschaft

Absatz fällt deutlich Coronavirus erreicht deutschen Automarkt

44842937.jpg

Fast 240.000 Pkw wurden im Februar neu zugelassen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Nach einem Rekordabsatz im vergangenen Jahr geht es auf dem deutschen Automarkt bergab. Die Zahl der Neuzulassungen geht bei fast allen Herstellern stark zurück. Nur eine deutsche Marke kann sich über wachsende Zahlen freuen.

Die Zahl der Pkw-Neuzulassungen in Deutschland ist erneut gesunken. 239.943 Autos wurden im Februar zugelassen, rund ein Zehntel weniger als im Vorjahresmonat, wie das Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg mitteilte. Die rückläufigen Zulassungszahlen im Februar erstreckten sich demnach über fast alle deutschen Marken. Nur Porsche legte gegen den Trend um fast ein Fünftel zu. Schon im Januar war die Zahl deutlich zurückgegangen. Vor allem bei Privatkäufern, die für rund ein Drittel der Neuzulassungen stehen, sank die Nachfrage deutlich.

"Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir in den kommenden Monaten auch zweistellige Rückgänge bei den Neuzulassungen sehen werden", erklärte Autoexperte Peter Fuß von der Unternehmensberatung Ernst &Young. Die Lage könne sich bei einem raschen Abflauen der Coronavirus-Epidemie in der zweiten Jahreshälfte allerdings rasch wieder normalisieren. "Vorläufig wird sich die Autoindustrie aber auf kräftigen Gegenwind einstellen müssen."

Deutlich mehr E-Autos

Besonders stark war der Rückgang im vergangenen Monat bei Smart mit einem Minus von 81,2 Prozent. Auch Opel (minus 20,6 Prozent), Audi (minus 20,3 Prozent), Ford (minus 18,5 Prozent), Mini (minus 15,4 Prozent) und VW (minus 11,1 Prozent) verloren deutlich. Bereits im Januar ging die Zahl der Neuzulassungen um 7,3 Prozent zurück, nachdem die Autoindustrie im vergangenen Jahr noch einen Rekordabsatz erreicht hatte.

Bei den Importmarken zeigte sich das deutlichste Zulassungsplus bei der Marke Lexus mit 71,2 Prozent. Zweistellige Zuwächse gab es auch bei Volvo, Seat, Nissan, Fiat und DS. Rückgänge von mehr als 30 Prozent verzeichneten Honda, Tesla, Dacia, Mazda und Suzuki.

Mehr als die Hälfte der zugelassenen Pkw (52,1 Prozent) waren Benziner, knapp ein Drittel hatte einen Dieselmotor. Zulassungssteigerungen zeigten sich bei den alternativen Antriebsarten. Im Februar wurden 8154 Elektro-Pkw neu zugelassen - ein Plus von 75,8 Prozent. Bei Hybriden bedeuteten 30.000 Neuzulassungen beinahe eine Verdoppelung. Die Zahl der neuzugelassen Sportgeländewagen (SUV) ging hingegen um mehr als zehn Prozent auf rund 49.400 Einheiten zurück. Dennoch war nach wie vor jedes fünfte neu zugelassene Auto ein SUV.

Quelle: ntv.de, uzh/AFP/dpa