Wirtschaft

Weniger Nachfrage nach Tickets Coronavirus trifft Fluglinien hart

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In den vergangenen Tagen strich British Airways bereits Flüge nach Italien, Singapur und Südkorea.

(Foto: picture alliance/dpa)

Das Coronavirus verhagelt der Luftfahrtbranche das Geschäft. Nach Air France und Lufthansa reagieren nun weitere Fluggesellschaften auf die schwindende Nachfrage nach Flugtickets: auch IAG, Easyjet und AirAsia X wollen nun Kosten senken und Flüge streichen.

Immer mehr Fluggesellschaften stemmen sich mit Sparprogrammen gegen den Nachfrageeinbruch durch die Coronavirus-Ausbreitung. Die British-Airways-Mutter IAG und der Billigflieger Easyjet kündigten Einsparungen und weitere Flugstreichungen an. Der Rivale Finnair, der sonst viele Flüge nach Asien anbietet, warnte, dass der Betriebsgewinn 2020 deutlich unter dem des Vorjahres liegen werde. Die Billigfluggesellschaft AirAsia X aus Malaysia verschob die Abnahme von 78 Airbus A330neo und will die Flotte verkleinern.

In den vergangenen Tagen hatten unter anderem bereits die Lufthansa und Air France auf die Kostenbremse gedrückt. IAG, zu der neben British Airways auch Iberia und Aer Lingus gehören, wagt keine Prognose für 2020. "Die Situation ändert sich schnell", sagte der scheidende IAG-Chef Willie Walsh. Die Branche habe aber auch schon andere Herausforderungen überstanden, beschwichtigte der Luftfahrt-Veteran, der auf Jahrzehnte im Top-Management von Fluggesellschaften zurückblickt und der Ende März sein Amt als IAG-Chef an den bisherigen Iberia-Chef Luis Gallego übergibt.

In den nächsten Tagen werde IAG weitere Flüge in Europa streichen, kündigte der Konzern an. British Airways hatte in den vergangenen Tagen Flüge nach Italien, Singapur und Südkorea vom Flugplan genommen. Bereits Ende Januar waren alle Flüge nach China abgesagt worden. 2019 ging der Betriebsgewinn von IAG um 5,7 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro zurück.

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Easyjet sprach von einem "signifikanten" Nachfragerückgang in Norditalien. Auch in anderen europäischen Märkten spüre der Billigflieger ein geringeres Interesse an Flügen. Deshalb werde der Konzern einige Flüge streichen, vor allem nach Italien, und seinen Flugplan an die Nachfrage anpassen. Easyjet kündigte zudem unter anderem einen Einstellungsstopp, einen Verzicht auf Gehaltserhöhungen sowie die Verschiebung nicht unbedingt nötiger Projekte an. Auch Easyjet wagte keine Aussage zur Prognose.

Der malaysische Billigflieger AirAsia X verzichtet vorerst nicht nur auf die Abnahme von 78 Airbus A330neo, sondern prüft darüber hinaus den Verkauf von zwei A330. Das könnte 100 Millionen Dollar in die klammen Kassen des Konzerns spülen, der sich auf Langstreckenflüge spezialisiert hat, erklärte AirAsia X. Fünf A330 will die Fluggesellschaft vorzeitig an die Leasingfirmen zurückgeben. Man befinde sich bereits in Verhandlungen mit den Leasingfirmen, um die Raten um 30 Prozent zu drücken.

Vor dem Ausbruch des Coronavirus erwirtschafte AirAsia X rund 30 Prozent des Umsatzes mit Flügen von und nach China. Die Aktien fielen um fünf Prozent auf ein Rekordtief. Die Aktien von Easyjet, die in diesem Jahr bereits 22 Prozent eingebüßt haben, verloren am Morgen weitere fünf Prozent. Die IAG-Papiere fielen um mehr als sieben Prozent. Für Finnair ging es um mehr als fünf Prozent abwärts.

Quelle: ntv.de, jru/rts