Wirtschaft

Aufbau eines Shopping-Angebots Delivery Hero kauft Spaniens Liefer-Vorreiter

249131363.jpg

Zwei Glovo-Lieferanten holen im polnischen Krakau eine Bestellung ab.

(Foto: picture alliance / NurPhoto)

Im Geschäft mit Essenslieferungen sieht Delivery Hero in Deutschland keine Zukunft. Vielleicht klappt es stattdessen mit Einkäufen aus Supermärkten oder Apotheken. Das Berliner Dax-Unternehmen verstärkt sich jedenfalls mit einem langjährigen spanischen Partner.

Der Berliner Lieferdienst Delivery Hero will die Mehrheit an dem spanischen Konkurrenten Glovo übernehmen. Es sei eine Vereinbarung mit einer Reihe von Glovo-Aktionären unterzeichnet worden, um weitere Anteile in Höhe von 39,4 Prozent im Tausch gegen eigene Aktien zu erwerben, teilt der Dax-Konzern mit. "Infolge der Transaktion wird Delivery Hero zum Mehrheitsaktionär von Glovo." Der Anteil wird demnach auf über 80 Prozent steigen.

Delivery Hero
Delivery Hero 37,94

Für die dafür angebotenen 7,9 Millionen Delivery-Hero-Aktien ergebe sich gemessen am Schlusskurs vom 30. Dezember 2021 ein Wert von etwa 780 Millionen Euro. Glovo werde im Zuge der Transaktion mit 2,3 Milliarden Euro bewertet. Der Abschluss der Übernahme hänge "von bestimmten Bedingungen und behördlichen Genehmigungen ab, einschließlich der fusionskontrollrechtlichen Freigabe in mehreren Ländern, und wird voraussichtlich im zweiten Quartal 2022 erfolgen".

Glovo-Chef Oscar Pierre begrüßte den Schritt. Delivery-Hero-Chef Niklas Östberg sagte, Glovo habe eine Vorreiterrolle in der Branche übernommen und in 16 von 25 Ländern eine führende Marktposition inne. Die 2015 in Barcelona gegründete Liefer-App ist den Angaben zufolge in über 1300 Städten in 25 Ländern in Europa, Zentralasien und Afrika vertreten und hat im dritten Quartal 2021 36 Millionen Bestellungen ausgeliefert und einen Umsatz von 151 Millionen Euro verzeichnet.

Mehr zum Thema

Delivery Hero ist schon seit einigen Jahren an der Liefer-App beteiligt, die nicht auf Restaurant-Essen beschränkt ist, sondern auch Einkäufe aus Supermärkten oder Apotheken abdeckt. Kurz vor Weihnachten hatte Delivery Hero mitgeteilt, seinen Essenslieferdienst Foodpanda in Deutschland schon nach kurzer Zeit wieder einzustellen. Erst im Mai hatte die Firma angekündigt, wieder einen Lieferdienst in deutschen Städten anzubieten, nachdem es das deutsche Geschäft vor Jahren an die Konkurrenz abgegeben hatte.

Quelle: ntv.de, chr/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen