Wirtschaft

Staatshilfe dementiert Deutsche-Bank-Aktie bricht ein

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John Cryan und die Deutsche Bank wollen das Problem alleine lösen.

(Foto: imago/IPON)

Wie soll die Deutsche Bank drohende Strafzahlungen von bis zu 14 Milliarden Dollar stemmen? Ein "Focus"-Bericht spekuliert über Staatshilfe, die Aktie fällt darauf ins Bodenlose. Sowohl Kanzlerin als auch die Bank bemühen sich um Schadensbegrenzung.

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Die Aktien der Deutschen Bank sind auf ein Rekordtief gefallen. Hintergrund ist ein Bericht, nach dem Bundeskanzlerin Angela Merkel Staatshilfen für das Institut ausgeschlossen haben soll. Aktuell fällt der Kurs um 6,4 Prozent auf 10,67 Euro. Sollte er unter 10 Euro fallen, würde die Aktie der Deutschen Bank ins Reich der Penny Stocks abrutschen, befürchten Analysten. Dann könnten Anleger die Aktie en masse abstoßen.

Der "Focus" hatte am Wochenende berichtet, Merkel habe Bankchef John Cryan bei einem vertraulichen Treffen im Sommer signalisiert, dass die Regierung nicht bereit sei, dem größten deutschen Geldhaus mit Staatshilfen unter die Arme zu greifen. Das Institut erklärte dazu: "Die Deutsche Bank ist fest entschlossen, ihre Herausforderungen alleine zu lösen." John Cryan habe zu keinem Zeitpunkt die Bundeskanzlerin gebeten, dass die Regierung im Hypothekenverfahren mit dem amerikanischen Justizministerium interveniere. Auch eine Kapitalerhöhung ist demzufolge nicht geplant.

Auch die Bundesregierung trat Mutmaßungen über Staatshilfen entgegen. "Es gibt keinen Anlass für solche Spekulationen, wie sie da angestellt werden, und die Bundesregierung beteiligt sich auch an solchen Spekulationen nicht", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Er wollte nicht bestätigen, dass Merkel ein Gespräch mit Cryan geführt habe. Die Kanzlerin sei regelmäßig mit Spitzen der deutschen Wirtschaft zu aktuellen Themen im Gespräch, "aber darüber hinaus kann ich Ihnen über hochrangige Kontakte hier nicht berichten". Die Regierung nehme grundsätzlich zu einzelnen dieser vertraulichen Gespräche keine Stellung.

Der Absturz droht

Erneut drängte Seibert die USA zu einer Gleichbehandlung der Deutschen Bank, nachdem die US-Behörden Verhandlungen mit dem Institut über einen Rechtsstreit um hypothekenbesicherte Wertpapiere mit einer hohen Strafzahlung aufgenommen hatten. Mit anderen Banken seien bereits Vergleichszahlungen vereinbart worden. "Die Bundesregierung geht davon aus, dass auch am Ende dieses Verfahrens auf Grundlage der Gleichbehandlung ein faires Ergebnis erzielt wird", sagte er.

Für ihre Aussage hätte sich die Kanzlerin keinen schlechteren Zeitpunkt aussuchen könnten, meint Analyst Jasper Lawler von CMC Markets und verweist auf die von den US-Behörden geforderte Strafzahlung von 14 Milliarden Dollar. Unter den "systemrelevanten" europäischen Banken habe die Deutsche Bank eine der schwächsten Kapitalpositionen. Die Forderungen der US-Behörden hätten das Potenzial, die Deutsche Bank über die Klippe springen zu lassen, deshalb gingen die Anleger von Bord.

Quelle: n-tv.de, jog/DJ/dpa/rts

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