Wirtschaft

Kostspieliger Konzernumbau Deutsche Bank macht Milliarden-Verlust

Deutschlands größtes Geldhaus muss im zweiten Quartal viel in den Konzernumbau investieren. So viel, dass am Ende ein Verlust im Milliardenbereich zu Buche schlägt. Hunderten Mitarbeitern ist überdies bereits mitgeteilt worden, dass sie nicht mehr gebraucht werden.

Der Radikalumbau mit der Streichung von 18.000 Stellen hat die Deutsche Bank im zweiten Quartal noch tiefer in die roten Zahlen gerissen als gedacht. In wichtigen Geschäftsbereichen musste das Geldhaus deutliche Einbußen hinnehmen. Vor allem im Handel, aber auch in der Transaktionsbank verdiente das Institut weniger. Zuwächse verzeichnete das Geldhaus im Geschäft mit vermögenden Kunden.

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Insgesamt schlug wegen Milliardenkosten für den Konzernumbau nach Steuern ein Verlust von 3,15 Milliarden Euro zu Buche, wie das Geldhaus mitteilte. Das ist mehr, als die Bank mit der Bekanntgabe ihrer neuen Strategie Anfang Juli bereits in Aussicht gestellt hatte. Im vergangenen Jahr gab es noch einen Gewinn von 401 Millionen Euro zu vermelden.

"Einen erheblichen Teil der Restrukturierungskosten haben wir bereits im zweiten Quartal verbucht", sagte Vorstandschef Christian Sewing. Es seien bereits wichtige Schritte unternommen worden, "um unsere Strategie umzusetzen und die Deutsche Bank zu transformieren".

Ohne die Belastungen für den Umbau, für den die Bank insgesamt mehr als sieben Milliarden Euro veranschlagt hat, wäre das Geldhaus profitabel gewesen. Die Erträge in der Unternehmens- und Investmentbank brachen um 18 Prozent auf 2,94 Milliarden Euro ein. Vor Steuern fiel hier ein Verlust von 907 Millionen Euro an - nach einem Gewinn von 475 Millionen vor Jahresfrist.

Bereits 900 Kündigungen formuliert

Im Aktienhandel, der im Zuge der Neuausrichtung aufgegeben werden soll, brachen die Erträge sogar um 32 Prozent auf 369 Millionen Euro ein. Aber auch im Beratungs- und Emissionsgeschäft, auf das die Deutsche Bank auch in Zukunft setzt, gingen die Erträge um knapp ein Drittel zurück.

Die Vermögensverwalter-Tochter DWS machte im zweiten Quartal dagegen Boden gut. Der bereinigte Gewinn vor Steuern stieg um 21 Prozent auf 185 Millionen Euro. Dabei half aber auch ein strenger Sparkurs. Zur Neuausrichtung gehört auch der Abbau von weltweit 18.000 Jobs. Ein Fünftel der gesamten Bilanzrisiken werden in einer internen "Bad Bank" gebündelt.

Seit Bekanntgabe des strategischen Umbaus vor gut zwei Wochen wurden bereits mehr als 900 Mitarbeiter darüber informiert, dass ihr Arbeitsverhältnis endet oder ihre Stelle entfällt.

Quelle: n-tv.de, fzö/rts/dpa

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