Wirtschaft

Nach steigender "Schokoflation"Discounter senken Preise für Schokolade

29.01.2026, 19:21 Uhr
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Der Preis der Choceur Choco Peanuts sinkt am meisten. (Foto: IMAGO/Manfred Segerer)

Kunden zahlen seit Jahren immer mehr für Schokolade. Heute kostet eine Tafel im Schnitt fast 70 Prozent mehr als 2020. Viele akzeptieren das nicht länger, der Verkauf sinkt - die ersten Supermärkte ergreifen nun Maßnahmen.

Die Discounterketten Aldi und Lidl senken ihre Preise für Schokolade und Schoko-Produkte. Zahlreiche Artikel der Aldi-Eigenmarken Moser Roth und Choceur würden ab sofort dauerhaft um bis zu 50 Cent pro Tafel beziehungsweise Packung reduziert, teilte das Unternehmen mit. Bei Lidl sinkt etwa der Preis für schokolierte Salzbrezeln um 50 Cent auf nun 1,49 Euro pro 140-Gramm-Packung. Nach Angaben der "Lebensmittelzeitung" unterbietet Lidl den Konkurrenten sogar bei gut einem Dutzend Produkte.

Am meisten sinkt der Preis der 400-Gramm-Packung Choceur Choco Peanuts von Aldi: Sie kostet statt 2,99 Euro nun 2,49 Euro und damit 50 Cent weniger als zuvor. Alle weiteren betroffenen Schokoladenprodukte werden laut einer Liste des Discounters zwischen 36 und zehn Cent billiger. In der Branche ist die Preispolitik des Unternehmens ein Gradmesser: "In der Süßware setzt allein Aldi den Preis", hatte die "Lebensmittel Zeitung" im November einen Top-Manager zitiert.

Verbraucherinnen und Verbraucher hatten in den vergangenen Jahren deutlich mehr für Schokolade zahlen müssen als zuvor. Die Kakaopreise waren zwei Jahre in Folge gestiegen und erreichten im Dezember 2024 einen historischen Höchststand von 12.931 Dollar pro Tonne in New York und 10.100 Pfund pro Tonne in London. Verbraucher in Deutschland nehmen die höheren Preise nicht mehr achselzuckend hin, sondern kaufen weniger. Das teilte der Marktforscher NIQ auf Nachfrage mit.

Laut Statistischem Bundesamt verteuerte sich eine Tafel seit 2020 durchschnittlich um knapp 70 Prozent, Pralinen um mehr als 50 Prozent. Daher greifen Verbraucher häufiger zu Sonderangeboten. Hersteller wie Mondelez (Milka), Ritter Sport oder Lindt & Sprüngli verweisen auf erheblich gestiegene Rohstoffkosten aufgrund schlechter Ernten. Zwar seien die Kakaopreise an den Rohstoffbörsen zuletzt wieder gesunken, dennoch liege der Preis weiterhin auf einem hohen Niveau, teilte der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) vor der ISM mit.

Quelle: ntv.de, mwa/AFP/dpa

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