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Versteckte PreiserhöhungDas ist die "Mogelpackung des Jahres 2025"

21.01.2026, 10:02 Uhr
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Zwei Drittel der abgegebenen Stimmen entfielen auf die Milka-Schokoladentafel.

Die Verbraucher haben ihr Urteil gefällt. Durch die Verbraucherzentrale Hamburg waren sie aufgerufen, über Produkte, mit denen sie besonders getäuscht wurden, abzustimmen und den Herstellern so einen Denkzettel zu verpassen. Dieses Produkt hat den Preis abgeräumt.

Mit großer Mehrheit haben Verbraucher die Milka Alpenmilch Schokolade per Online-Abstimmung der Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH) zur "Mogelpackung des Jahres 2025" gewählt. Zwei Drittel der abgegebenen Stimmen (66,7 Prozent) entfielen auf die Schokoladentafel des Konzerns Mondelez. Noch nie in der zwölfjährigen Geschichte der Wahl erreichte ein Produkt einen derart hohen Stimmenanteil. An der aktuellen Ausgabe der Abstimmung nahmen 34.731 Personen teil, so viele wie seit sechs Jahren nicht mehr.

Die betreffende Schokoladentafel wurde Anfang des Jahres 2025 unmerklich dünner und gleichzeitig teurer: Die Füllmenge pro Tafel sank von 100 auf 90 Gramm, während der Preis von 1,49 Euro auf 1,99 Euro stieg. Das entspricht einer Preiserhöhung von über 48 Prozent. Die reduzierte Füllmenge ist im Supermarkt kaum erkennbar, da die Verpackung nahezu unverändert geblieben ist. Auch andere Schokoladensorten von Milka waren davon betroffen.

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Da ist was faul: Jedes Jahr erhält die VZHH unzählige Beschwerden zu Mogelpackungen. (Foto: imago/Eckhard Stengel)

"Die Verbraucherinnen und Verbraucher haben ihrem Ärger mit großer Deutlichkeit Luft gemacht", sagt Armin Valet von der VZHH. "Die subtile Reduzierung der Füllmenge bei Milka empfinden viele als dreiste Mogelpackung. Das Abstimmungsergebnis ist ein Denkzettel, wie man ihn deutlicher kaum geben kann."

Weniger Ware, gleicher Preis

Insgesamt verteilten sich die abgegebenen Stimmen bei der Wahl der "Mogelpackung des Jahres 2025" wie folgt auf die fünf nominierten Produkte:

  • Milka Schokolade von Mondelez: 23.165 Stimmen (66,7 Prozent)

  • Käse-Streusel Backmischung von Dr. Oetker: 7666 Stimmen (22,1 Prozent)

  • XXL Schoko Hafer-Müsli von Kölln: 2060 Stimmen (5,9 Prozent)

  • 3in1 Classic Kaffeesticks von Jacobs: 1692 Stimmen (4,9 Prozent)

  • Penne Pomodoro Mozzarella von Knorr: 148 Stimmen (0,4 Prozent)

Bei Mogelpackungen schrumpft der Inhalt einer Verpackung, während der Preis des Produkts meist unverändert bleibt. Verbraucher bekommen so weniger Ware für ihr Geld. Doch konkrete Hinweise auf die Schrumpfung des Inhalts fehlen oft und die Hersteller versuchen manchmal sogar, die geringere Menge durch quasi identische Packungen zu kaschieren.

Die Kandidatenliste zeigt laut VZHH, dass gesetzliche Vorgaben für eine klare Kennzeichnung von Mogelpackungen notwendig seien. Zwar bekennt sich die Bundesregierung im Koalitionsvertrag zu mehr Transparenz bei versteckten Preiserhöhungen, doch ohne verbindliche Regelungen bleibe diese Ankündigung ein leeres Versprechen. "Die Politik ist gefordert, endlich für echte Preiswahrheit im Supermarkt zu sorgen", so Valet. "Die notwendige Transparenz entsteht bislang überwiegend durch die Arbeit der Verbraucherzentrale, durch das systematische Erfassen und Veröffentlichen von versteckten Preiserhöhungen in unserer Mogelpackungsliste."

In den vergangenen 10 Jahren wurden

  • das Getränk "Granini Trinkgenuss Orange" (2024)

  • die "Tuc Bake Rolls" Brotchips des Herstellers Mondelez (2023)

  • das Streichfett "Rama" des Herstellers Upfield (2021)

  • die "Paprika Sauce" von Homann (2021)

  • das Müsli von Seitenbacher (2020)

  • das Nudelgericht Mirácoli von Mar (2019)

  • die Chipsletten von Lorenz Snack-World (2018)

  • das Vitalis-Früchtemüsli von Dr. Oetker (2017)

  • das Evian-Wasser von Danone Waters (2016)

  • und die Bebe-Zartcreme von Johnson & Johnson (2015) mit dem Negativpreis bedacht.

Quelle: ntv.de, awi

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