Wirtschaft

Kompromiss für Ukraine-Transit EU-Raffinerien zahlen russische Druschba-Gebühren

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Auch von der Burg von Bratislava ist die Raffinerie von Slovnaft zu sehen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Südstrang der Druschba-Pipeline versorgt vor allem Ungarn, die Slowakei und Tschechien mit Öl. Das stammt meist aus Russland und fließt durch die Ukraine - angeblich wegen neuer europäischer Sanktionen nicht mehr reibungslos. Zwei Raffinerien aus der Slowakei und Ungarn springen ein.

Die Lieferung von russischem Öl über die Pipeline Druschba (Freundschaft) nach Ungarn, Tschechien und in die Slowakei könnte bald wieder aufgenommen werden. Die Ukraine und Russland hätten einem Kompromiss zugestimmt, teilte der Sprecher der slowakischen Raffinerie Slovnaft, Anton Molnar mit. Demnach bezahlen vorerst die ungarische Raffineriefirma MOL und ihre Slowakei-Tochter Slovnaft die Transitgebühren an die Ukraine. Slovnaft habe eine erste Zahlung bereits überwiesen, erklärte Molnar.

Durch die Druschba-Pipeline fließt nach Angaben der russischen Betreiberfirma Transneft seit vergangenem Donnerstag kein Erdöl mehr durch die Ukraine nach Europa. Das Staatsunternehmen hatte die Ukraine für den Lieferstopp verantwortlich gemacht: Demnach verlangt sie für die Durchleitung russischen Öls Vorkasse. Getätigte Zahlungen seien allerdings wegen neuer europäischer Sanktionen zurückgewiesen worden, sagt Transneft. Der ukrainische Pipeline-Betreiber Ukrtransnafta habe daraufhin das Durchpumpen von Öl über den Südstrang der Druschba am 4. August um 6.10 Uhr morgens vollständig gestoppt, heißt es.

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Der slowakische Wirtschaftsminister Richard Sulik geht davon aus, dass die Ukraine den Transit bald wieder freigibt. "Die Lieferungen werde wahrscheinlich in den kommenden 24 Stunden wieder aufgenommen", erklärte er im slowakischen Fernsehen. Ukrtransnafta habe neun bis zehn Millionen Euro von Slovnaft erhalten.

Über die Leitung werden vor allem Ungarn, die Slowakei und Tschechien mit Öl versorgt. Der Nordstrang der Druschba-Pipeline verbindet auch Russland mit Deutschland. Diese Pipeline führt durch Belarus und Polen in die brandenburgische Grenzstadt Schwedt. Über diese Nordroute der Druschba werde weiter geliefert, erklärte Transneft.

Quelle: ntv.de, chr/dpa

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