Wirtschaft

Keine VersorgungsproblemeEU prophezeit "sehr hohe" Energiepreise im Winter

29.09.2026, 17:49 Uhr
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"Wenn die Preise auf dem Weltmarkt steigen, trifft das auch unsere Bürger und unsere Industrie", stellt die EU fest. (Foto: picture alliance / SvenSimon)

Die Energiepreise sind angesichts des Kriegs im Nahen Osten hoch. Mit Blick auf den Winter dürfte die Nachfrage in Europa steigen und mit ihr die Preise. Die EU beziffert die Zusatzkosten für die Versorgung auf bereits mehr als 100 Milliarden Euro.

Die Europäische Union hat für den kommenden Winter vor "sehr hohen" Energiepreisen gewarnt. "Es besteht kein Zweifel daran, dass wir auf einen Winter zugehen, der herausfordernd sein wird", sagte EU-Energiekommissar Dan Jörgensen nach einem Treffen der Energieminister in Dublin. "Wir rechnen nicht mit Problemen bei der Versorgungssicherheit, aber wir rechnen mit sehr hohen Preisen", fügte er hinzu. Auch der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, der gemeinsam mit Jörgensen vor die Presse trat, sprach von einem "sehr schwierigen Winter".

Die Energiepreise sind infolge des Iran-Kriegs zuletzt wieder deutlich gestiegen. Die Bundesregierung beschloss deswegen, ab Oktober erneut einen Tankrabatt einzuführen. Spätestens zum 1. Januar soll zudem ein Spritpreisdeckel eingeführt werden. Zudem erwägt Berlin auch die Möglichkeit einer Direktzahlung zum Ausgleich für hohe Energiepreise an Haushalte mit geringen Einkommen. Jörgensen sagte, Brüssel prüfe derzeit "alle Ideen, um die Regeln flexibler zu gestalten".

Eine Überlegung ist demnach eine Verschiebung ihrer Vorschriften für klimaschädliches Methan beim Import von Öl oder Gas. Die Vorschriften sollen ausländische Öl- und Gasproduzenten ab dem 1. Januar 2027 dazu verpflichten, ihre Methan-Emissionen zu überwachen und zu melden.  Europäische Regierungen befürchten, dass die Androhung von Strafen Lieferanten davon abhalten könnte, im Winter Brennstoffe nach Europa zu liefern. Zudem könnte die IEA ihre strategischen Ölreserven anzapfen. "Wir beobachten die Märkte sehr genau, insbesondere die Produktmärkte, Diesel und andere. Wenn es nötig ist, werden wir natürlich mit unseren Mitgliedsregierungen beraten, um die notwendigen Schritte zu unternehmen", sagte IEA-Chef Birol.

Zugleich erklärte der EU-Energiekommissar, dass die europäische Staatengemeinschaft seit Beginn des Kriegs zwischen dem Iran und den USA und Israel für die Einfuhr fossiler Brennstoffe mehr als 100 Milliarden Euro zusätzlich aufbringen musste. "Wir haben nun die Marke von 100 Milliarden Euro überschritten, die wir in diesem Jahr zusätzlich für unsere Energie bezahlt haben, ohne auch nur ein einziges zusätzliches Molekül Gas oder Öl zu erhalten", sagte Jörgensen in Irland. 

Die Summe mache deutlich, wie schädlich die generelle Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen für die Europäische Union sei. "Wenn die Preise auf dem Weltmarkt steigen, trifft das auch unsere Bürger und unsere Industrie", betonte Jørgensen. Es sei höchste Zeit, "die importierten, umweltschädlichen und teuren Moleküle" durch heimische Energie zu ersetzen.

Quelle: ntv.de, jwu/AFP/rts/dpa

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