Wirtschaft

Reichster Chinese immer reicher "Einsamer Wolf" überholt Warren Buffett

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Zhong Shanshan ist der reichste Mann Chinas.

(Foto: Stringer)

Zhong Shanshan ist fast 100 Milliarden Dollar schwer - Tendenz steigend. Der chinesische Unternehmer ist damit reicher als die Investmentlegende Warren Buffett. Von der Politik hält sich Zhong fern. Das zahlt sich offenbar aus.

Einst war er Bauarbeiter und Journalist, nun ist er einer der zehn reichsten Menschen des Planeten: Zhong Shanshan. Dem von Bloomberg zusammengestellten "Milliardärsindex" zufolge hat sich sein Vermögen seit Anfang des Jahres um 13,5 auf satte 91,7 Milliarden Dollar erhöht. Damit liegt der Chinese auf Rang 6 - und damit sogar vor Warren Buffett. Bloomberg schätzt das Vermögen der Investmentlegende auf 86,2 Milliarden Dollar.

Der Reichtum Zhongs basiert vor allem auf dem Trinkwasserabfüller Nongfu Spring, den er gegründet hat. Die Mineralwassermarke ist in China weit verbreitet. Im vergangenen September gelang dem Unternehmen ein fulminanter Börsengang. Seitdem haben die Aktien rund 200 Prozent zugelegt, allein seit Jahresbeginn um 18 Prozent.

Zhong ist zudem am Impfstoffhersteller Beijing Wantai beteiligt, den der 66-Jährige im April an die Börse brachte. Bisher hat der Kurs um mehr als 2500 Prozent zugelegt.

Bloomberg zufolge hält sich der Milliardär aus der Politik heraus und gerät damit nicht in Konflikt mit der Führung der Kommunistischen Partei. Außerdem meide er im Gegensatz zu anderen Unternehmern exklusive Business-Clubs. Diese Zurückhaltung zahlt sich offenbar aus und hat Zhong die Bezeichnung "Einsamer Wolf" eingebracht.

Auch Verwandte Zhongs sind mittlerweile Milliardäre. Seine jüngere Schwester und drei Geschwister seiner Ehefrau halten Anteile von Nongfu Spring, die derzeit jeweils rund 1,3 Milliarden Dollar wert sind.

Gutes Jahr für Reiche, schlechtes Jahr für Jack Ma

Für die Mega-Reichen war 2020 ein gutes Jahr. Denn trotz der Corona-Pandemie ging es an den Börsen kräftig aufwärts. Doch es gibt auch Ausnahmen - etwa Zhongs Landsmann Jack Ma. Der Gründer des Online-Riesen Alibaba hatte sich mit der Parteiführung angelegt und sie öffentlich kritisiert. Der Hintergrund: Die kommunistische Führung will die stark gewachsene Marktmacht privater chinesischer Tech-Firmen eindämmen und hatte deshalb kurzfristig den Börsengang von Alibabas Finanztochter Ant verhindert. Nach Kritik von Ma legten die Behörden nach und leiteten eine Untersuchung gegen Alibaba wegen möglicher "monopolistischer Praktiken" ein.

Und seit Ende Oktober ist Ma, immer noch einer der reichsten Männer Chinas, von der öffentlichen Bildfläche verschwunden.

Quelle: ntv.de, jga