Wirtschaft

Kein Rückschritt bei Dividende Eon verspricht Wachstum

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Eon sieht sich auf Wachstumskurs.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Übernahme von Innogy beflügelt die Eon-Zahlen. Vor allem Umsatz und operatives Ergebnis legen zu. Und ungeachtet aller Krisen soll das Wachstum weitergehen. Den Aktionären stellt der Konzern steigende Einnahmen in Aussicht.

Der Energiekonzern Eon will der Corona-Krise zum Trotz sein Wachstum nach der Übernahme des Konkurrenten Innogy weiter vorantreiben. Die Virus-Krise werde im laufenden Jahr voraussichtlich Spuren in der Bilanz hinterlassen, sagte Vorstandschef Johannes Teyssen bei der Vorlage der Zahlen für 2019. Zurückgehende Absätze belasteten mindestens zeitlich die Ertragskraft der Netze, es werde aber kompensierende Ausgleichseffekte in späteren Jahren geben.

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Auch der Stromlobbyverband BDEW hatte erklärt, dass aufgrund der bekannten und gegebenenfalls noch bevorstehenden Produktionsrückgänge in der Industrie und der Einschränkungen des öffentlichen Lebens der Energieverbrauch sinken werde. Eon sei gewappnet und werde die Krise wohl besser überstehen als die meisten anderen Versorger, betonte Teyssen.

Im vergangenen Jahr steigerte Eon das operative Ergebnis (bereinigtes Ebit) von 3,0 Milliarden auf 3,2 Milliarden Euro. Unterm Strich wuchs der Überschuss um zwei Prozent auf mehr als 1,5 Milliarden Euro. Die Erlöse legten um 38 Prozent auf 41,5 Milliarden Euro zu - davon stammten zehn Milliarden aus der Innogy-Übernahme. Im laufenden Jahr peilt Teyssen ein operatives Ergebnis von 3,9 Milliarden bis 4,1 Milliarden Euro an. Von 2020 bis 2022 soll der Gewinn jährlich um sieben bis neun Prozent steigen.

Bis 2022 keine sinkende Dividende

Die Aktionäre sollen eine Dividende von 46 Cent je Aktie nach zuvor 43 Cent erhalten. In den kommenden Jahren solle die Gewinnbeteiligung weiter zunehmen und jährlich um bis zu fünf Prozent steigen. Bis 2022 sollen sie "für jedes Jahr mindestens so hoch sind wie die Dividende des Vorjahres", bekräftigte Finanzvorstand Marc Spieker.

Eon hatte mit RWE die Tochter Innogy zerschlagen und das Netz- und Vertriebsgeschäft übernommen. Eon hält inzwischen mehr als 90 Prozent der Anteile und will die restlichen Innogy-Aktionäre mit einer Zwangsabfindung aus dem Unternehmen drängen. Dies könne bis September dauern, kündigte Teyssen an. Es gebe etwa 40 bis 50 Widersprüche. "Natürlich gibt es bei der Integration von Innogy in den nächsten zwei Jahren noch viel Detailarbeit zu leisten. Die großen Linien aber stehen", sagte der Manager. Die Wende im schwächelnden britischen Vertriebsgeschäft sei eingeleitet. Im deutschen Vertriebsgeschäft habe der Konzern 2019 rund 350.000 Kunden hinzugewonnen.

Insgesamt versorgt Eon rund 50 Millionen Kunden in Europa. In den kommenden drei Jahren will das Unternehmen 13 Milliarden Euro in den Ausbau seiner Geschäfte mit Netzen, dem Strom- und Gasvertrieb und Kundenlösungen investieren. An der Börse kamen die Zahlen aus Essen gut an. Der Aktienkurs legte zeitweise um elf Prozent zu.

Quelle: ntv.de, jwu/rts/DJ