Wirtschaft

Inflationsangst bleibt Thema Erneute Abschläge an der Wall Street

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Den zweiten Wochentag in Folge geht es mit den Indizes nach unten.

(Foto: AP)

Wieder geht die Wall Street mit Kursverlusten aus dem Handel - die Sorge vor einer strafferen Geldpolitik schwebt weiter über den Kursen. Allerdings gibt es auch gute Nachrichten: Dazu zählen die besser als erwarteten Zahlen von Home Depot und Walmart. Auch Goldanleger dürfen zufrieden sein.

Die US-Börsen haben nach den Abschlägen zu Wochenbeginn erneut im Minus geschlossen. Der technolgielastige Nasdaq-Index konnte zunächst moderate Aufschläge verzeichnen, diese aber im späten Handel nicht halten. Die Sorge vor einer Straffung der Geldpolitik durch die US-Notenbank vor dem Hintergrund einer anziehenden Inflation belastete weiter. Hinzu kamen schwächer als erwartet ausgefallene Daten aus dem Bausektor. Gestützt wurde das Sentiment dagegen durch überraschend gute Zahlen von Home Depot und Walmart.

S&P 500 Index, Ind.
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Der Dow-Jones-Index schloss 0,8 Prozent leichter bei 34.061 Punkte, der S&P-500 gab um 0,9 Prozent nach. Für den Nasdaq-Composite ging es um 0,6 Prozent nach unten.

Während Technologie-Aktien am stärksten unter den steigenden Inflationssorgen gelitten haben, sehen einige Analysten den jüngsten Rückgang als Chance für einen Einstieg. "Innerhalb der Tech-Branche gibt es immer noch einige Unternehmen, die sehr günstig aussehen", so Jane Shoemake, Client Portfolio Managerin bei Janus Henderson Investors. "Wenn Sie an die längerfristigen Trends glauben, die diese Unternehmen unterstützen, sollten Sie kaufen."

Konjunkturseitig standen die Baubeginne und -genehmigungen für April auf der Agenda. Dabei fiel die Zahl der Baubeginne gegenüber dem Vormonat deutlich stärker als erwartet. Auch der Anstieg bei den Baugenehmigungen im Vergleich zum Vormonat blieb hinter den Erwartungen der Analysten. Die US-Einkaufsmanager erwarten indessen, dass die wirtschaftliche Erholung für den Rest des Jahres 2021 anhält, so das Institute for Supply Management (ISM) in seinem halbjährlichen Wirtschaftsausblick.

Home Depot und Walmart übertreffen Erwartungen

Unter den Einzelwerten standen die besser als erwarteten Zahlen von Home Depot und Walmart im Fokus, die vor der Startglocke veröffentlicht wurden. Die US-Baumarktkette hat im ersten Geschäftsquartal von der starken Nachfrage nach Heimwerkerbedarf profitiert. Der Konzern steigerte Umsatz und Gewinn stärker als erwartet. Die Aktie gab jedoch 1,0 Prozent nach, was wohl auf Gewinnmitnahmen zurückzuführen sein dürfte.

Der US-Einzelhändler Walmart (plus 2,2 Prozent) übertraf bei Umsatz und Gewinn ebenfalls die Prognosen der Analysten deutlich. CEO Doug McMillon sprach von einem starken Quartal, jeder Sektor habe sich positiv entwickelt. "Unser Optimismus ist größer als zu Beginn des Jahres", ergänzte er. Auch Macy's hat mit den Quartalszahlen überzeugt. Zudem wurde der Umsatzausblick für 2021 angehoben. Die Titel gaben aber 0,4 Prozent nach. Teilnehmer verwiesen auch hier auf eingestrichene Gewinne.

Für die Amazon-Aktie ging es um 1,2 Prozent nach unten. Der Konzern befinde sich Berichten zufolge in Gesprächen um eine mögliche MGM-Übernahme, das letzte große unabhängige Hollywood-Studio. AT&T büßten 5,8 Prozent ein, nachdem die Aktie bereits am Vortag Abschläge einstecken musste. Der Telekomkonzern und das Medienunternehmen Discovery (minus 1,6 Prozent) wollen ihre Medien-Assets in einem neuen börsennotierten Unternehmen zusammenlegen.

Wells Fargo verloren 2,1 Prozent. Berkshire Hathaway hat im Laufe des ersten Quartals einer Pflichtmitteilung zufolge den Anteil weiter reduziert und ist damit fast komplett ausgestiegen.

Dollar weiter unter Druck

Der Dollar-Index gab um 0,4 Prozent nach und der Euro war mit in der Spitze 1,2234 Dollar so teuer wie zuletzt Anfang Januar. Der Greenback gab die Gewinne aus der Vorwoche damit vollständig wieder ab, als hohe Inflationszahlen zu verstärkten Spekulationen über eine bald straffere Geldpolitik der US-Notenbank geführt hatten.

Die Ölpreise gaben etwas nach. Teilnehmer verwiesen auf Spekulationen, dass der Iran mit einem möglichen Atom-Deal bald wieder Öl exportieren darf, wodurch sich das Öl-Angebot vergrößern würde. Nach Handelsschluss werden noch Daten zu den Rohöllagerbeständen in den USA vom privaten American Petroleum Institute (API) erwartet.

Der Goldpreis notierte mit dem schwächeren Dollar etwas fester. An den Anleihemärkten gab die Rendite 10-jähriger US-Papiere moderat nach.

Quelle: ntv.de, kst/DJ

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