Wirtschaft

Lufthansa-Aktie unter Druck "Es bleibt ein negatives Gefühl zurück"

56926790.jpg

Die Lufthansa ist als sichere Fluglinie bekannt - das Vertrauen der Passagiere könnte nun angekratzt sein.

(Foto: picture alliance / dpa)

Deutliche Verluste zeigt die Aktie der Lufthansa unmittelbar nach dem Absturz eines A320 ihrer Tochter Germanwings. Aber auch die europäische Konkurrenz und der Hersteller Airbus geraten unter Druck. Luftfahrtanalyst Jochen Rothenbacher erklärt die Hintergründe.

n-tv.de: Die Kurse von Lufthansa und Airbus zeigen unmittelbar nach der Absturz-Meldung deutliche Reaktionen. Was steckt dahinter – sind es emotionale Entscheidungen der Anleger, da die genauen Umstände des Absturzes noch nicht bekannt sind?

Jochen Rothenbacher: Insbesondere bei der Lufthansa ist es so, dass sie als sichere Fluglinie bekannt ist – so ist die Markenwahrnehmung. Und selbst wenn die Airline keinerlei Schuld an dem Unglück trifft, bleibt trotzdem ein negatives Gefühl beim Kunden zurück. Das Risiko für die Anleger von Airbus hingegen ist, dass der Hersteller aufgrund eines Fehlers am Flugzeug am Ende die Schuld tragen könnte. Wobei der Typ A320 ein bereits lange eingeführtes Flugzeug ist, was es unwahrscheinlich macht, dass ausschließlich ein technischer Defekt die Ursache für das Unglück ist.

Ist es denn sinnvoll, als Anleger diese Aktien nun zu verkaufen, ohne dass genaue Hintergründe bekannt sind?

Rothenbacher: Solange es keine Sicherheit über die Unglücksursache gibt, bleibt alles Spekulation. Mein Rat wäre: Warten, bis Fakten vorliegen. Wer jedoch ängstlich ist und das Risiko scheut, der sollte schon verkaufen.

Auch andere Branchen-Titel in Europa sind betroffen: Air France knickten zwischenzeitlich ein, ebenso Ryanair. Wie ist es zu begründen, dass auch die Konkurrenz in Mitleidenschaft gezogen wird?

Rothenbacher: Unmittelbar nach dem Unglück bestand noch das Restrisiko, dass es sich um einen Terroranschlag handeln könnte. Hätte sich das bestätigt, hätte das Auswirkungen auf die gesamte Luftfahrtbranche gehabt, weil Passagiere aus Angst ferngeblieben wären.

Mit Jochen Rothenbacher sprach Kai Stoppel.

Quelle: ntv.de

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen