Wirtschaft

"Großes Unglück" durch Vodafone Ex-Boss Esser erläutert Mannesmann-Fiasko

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Der Mannesmann-Konzern wurde 2000 von Vodafone geschluckt.

(Foto: imago stock&people)

Vor 20 Jahren entscheidet der britische Telekommunikationsriese Vodafone eine mehrmonatige Übernahmeschlacht für sich und schluckt die Mannesmann AG. Der Ex-Chef des deutschen Konzerns, Esser, bedauert dies offenbar noch immer. An der Berechtigung seiner damaligen Millionenabfindung zweifelt er nicht.

Auch zwei Jahrzehnte nach der Übernahme des Mobilfunk- und Technologiekonzerns Mannesmann durch Vodafone sieht der ehemalige Konzernchef Klaus Esser den 190-Milliarden-Euro-Deal als "großes Unglück". "Unsere Erfolgsgeschichte wurde abgebrochen", sagte der frühere Manager der "Rheinischen Post".

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"Die Fortführung unserer Strategie wäre für die Mitarbeiter, Kunden und Aktionäre besser gewesen, weil es mehr Wachstum und Gewinn gegeben hätte", betonte Esser. Der heute 72-jährige Ex-Manager erklärte, die Mannesmann AG sei damals Pionier in der mobilen Datenkommunikation gewesen. "Es wäre mit uns viel früher gekommen", sagte er. Auch bei der Integration von Festnetz und Mobilfunk sei der Konzern Vorreiter gewesen.

Der Mannesmann-Aufsichtsrat hatte am 4. Februar 2000 nach einer langen vergeblichen Abwehrschlacht dem Verkauf an den britischen Rivalen zugestimmt. Mit einem Kaufpreis von 190 Milliarden Euro gilt das Geschäft bis heute als die teuerste Übernahme aller Zeiten. Nach der mehrmonatigen Übernahmeschlacht stieg Vodafone zum international dominierenden Mobilfunk-Konzern auf.

Kritik an Millionen-Prämie

Aufsehen erregte damals auch die 16-Millionen-Euro-Prämie, die Esser nach der Übernahme vom Aufsichtsrat zusätzlich zur Auszahlung seines Vertrages erhielt. Die Prämie führte zu einem jahrelangen Prozess und beschäftige damals sogar den Bundesgerichtshof. Doch wurde das Verfahren gegen die beteiligten Aufsichtsratsmitglieder und Esser am Ende gegen Geldauflagen - teilweise in Millionenhöhe - eingestellt.

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Essers Laufbahn beim Mannesmann-Konzern wurde mit einer hohen Millionenprämie beendet.

(Foto: imago stock&people)

Esser betonte nun, er verstehe, dass die meisten Menschen gefunden hätten, die Prämie sei "zu hoch". Allerdings hätten die Mannesmann-Aktionäre die 16 Millionen Euro angesichts einer Kurssteigerung von 150 Milliarden Euro für angemessen befunden. "Natürlich hätte ich lieber keine Prämie bekommen und weiter meine Arbeit gemacht für Mannesmann und die Aktionäre", sagte er.

Quelle: ntv.de, cri/dpa