Wirtschaft

Konjunktur trübt sich ein Experten rechnen mit mehr Firmenpleiten

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Mit 19.302 Fällen sank die Zahl der Unternehmensinsolvenzen 2018 auf den niedrigsten Stand seit 1999.

(Foto: picture alliance/dpa)

Das deutsche Wirtschaftswachstum lässt spürbar nach. Das hat negative Auswirkungen auf die Liquidität von hiesigen Unternehmen. Im vergangenen Jahr sah die Situation hingegen deutlich besser aus.

Dank der guten Wirtschaftslage sind im vergangenen Jahr weniger Firmen in Deutschland in die Pleite gerutscht als 2017. Mit 19.302 Fällen sank die Zahl der Unternehmensinsolvenzen auf den niedrigsten Stand seit der Einführung der Insolvenzordnung 1999, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im Vergleich zum Vorjahr waren das 3,9 Prozent weniger. Damit setzte sich der seit Jahren anhaltende Trend fort. Den letzten Anstieg der Firmenpleiten in Deutschland hatte es im Jahr der Wirtschaftskrise 2009 gegeben. Wegen der sich eintrübenden Konjunktur rechnen Experten im laufenden Jahr mit einem Anstieg der Firmenpleiten.

Für das laufende Jahr kappten etwa die Forscher des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) wie zuletzt schon andere Banken und Forscher ihre Prognose kräftig auf 1,0 von 1,8 Prozent Wachstum. "Die deutsche Konjunktur hat einen Gang zurückgeschaltet." Dazu beigetragen hätten zwar vor allem Sondereffekte wie die Probleme der Autobauer mit dem neuen Abgasmessverfahren WLTP sowie die niedrigen Pegelstände des Rheins. "Allerdings hat sich die konjunkturelle Dynamik auch abgesehen davon verlangsamt."

Die Regierungsberater des IfW sagten der deutschen Wirtschaft für das kommende Jahr ein deutlich stärkeres Wachstum voraus. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte 2020 um 1,8 Prozent zulegen. "Diese Beschleunigung ist aber vor allem der deutlich höheren Zahl an Arbeitstagen geschuldet." Grund für schlechtere Geschäftsaussichten sei das außenwirtschaftliche Umfeld, "das von einer ausgesprochen hohen politischen Unsicherheit geprägt ist". Dies belaste die Ausfuhren.

Firmen klagen über Produktionsbehinderungen

"Auch die Investitionsfreude der Unternehmen hat sich trotz der weiterhin recht hohen Kapazitätsauslastung zuletzt eingetrübt." Zudem behinderten Kapazitätsengpässe offenbar die Produktion. So gebe es ungewöhnlich viele Unternehmen, "die über Produktionsbehinderungen aufgrund von Fachkräftemangel und Knappheiten bei Material und Ausrüstungen klagen".

Weil 2018 weniger wirtschaftlich bedeutende Unternehmen den Gang zum Insolvenzrichter antraten, verringerte sich die Summe der voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger deutlich auf rund 21 Milliarden Euro. Das ist der niedrigste Stand seit 2015 (17,3 Mrd Euro). Im Jahr 2017 waren es noch 29,7 Milliarden Euro. Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen war 2018 mit 67 597 Fällen um sechs Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. Einen Anstieg hatte es hierbei zuletzt im Jahr 2010 gegeben.

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa/rts

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