Wirtschaft

Öl-Multis spüren maue Konjunktur Exxon verdient seit Jahresbeginn kein Geld

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Die weltweite Ölnachfrage ist angesichts der Corona-Pandemie gesunken.

(Foto: imago images/Imaginechina-Tuchong)

Rund um den Globus schwächeln die Volkswirtschaften. Angesichts der Corona-Pandemie sind die Einbußen teils beträchtlich. In der Folge sinkt die Ölnachfrage. Die Branchen-Giganten schreiben tiefrote Zahlen und stemmen sich mit Sparprogrammen gegen die Krise.

Die Corona-Pandemie setzt den größten US-Ölmultis ExxonMobil und Chevron weiter zu. Im dritten Quartal erlitten beide Konzerne hohe Verluste und mussten weitere heftige Geschäftseinbußen verkraften. Beide nahmen im Sommer jeweils gut 30 Prozent weniger ein und stemmen sich mit massiven Sparprogrammen gegen die Krise. Auch wenn sich die Nachfrage nach Öl ein Stück weit erholt habe, leide die Weltwirtschaft weiter stark unter den Folgen der Pandemie, fasste Exxon-Chef Darren Woods die Lage zusammen.

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US-Branchenführer Exxon geriet in den drei Monaten bis Ende September mit 680 Millionen US-Dollar (rund 582 Millionen Euro) in die roten Zahlen, wie das Unternehmen mitteilte. Vor einem Jahr hatte Exxon noch 3,2 Milliarden Dollar verdient, doch seit der Corona-Krise macht der texanische Konzern nur noch Minus - es war bereits der dritte Quartalsverlust in Folge. Damit hat der Konzern in diesem Jahr noch nicht einen Dollar verdient.

Aktienkurs halbiert

Exxons Umsatz ging im Jahresvergleich um 29 Prozent auf 46,2 Milliarden zurück. Zudem warnte das Unternehmen vor möglichen Abschreibungen im Volumen von bis zu 30 Milliarden Dollar. Im Gasgeschäft bestehe die Gefahr einer erheblichen Korrektur von Vermögenswerten. Seit Jahresbeginn ist der Kurs um mehr als 50 Prozent gesunken.

Angesichts der schwierigen Lage streicht Exxon seine Kosten weiter zusammen. Die Investitionen in Ausrüstung sowie Erkundungs- und Förderprojekte wurden im bisherigen Jahresverlauf um 6 Milliarden auf 16,6 Milliarden Dollar gekürzt. Im kommenden Jahr sollen sie von ursprünglich geplanten 23 Milliarden Dollar auf 16 Milliarden bis 19 Milliarden sinken.

Am Vortag erst hatte Exxon den Abbau von rund 1900 US-Jobs angekündigt und gewarnt, dass die weltweite Mitarbeiterzahl bis Ende 2022 um rund 15 Prozent reduziert werden könnte. Der Konzern hatte Ende 2019 inklusive freier Angestellter etwa 88.000 Beschäftigte.

Beim zweitgrößten US-Ölkonzern Chevron fiel im vergangenen Quartal ein Minus von 207 Millionen Dollar an. Zum Vergleich: Vor einem Jahr hatte noch ein Gewinn von 2,6 Milliarden Dollar zu Buche gestanden. Insgesamt brachen die Erlöse um gut 30 Prozent auf 24,5 Milliarden Dollar ein. Die schwachen Zahlen reflektierten vor allem die Auswirkungen von Covid-19, sagte Vorstandschef Michael Wirth. Die Weltwirtschaft laufe weiterhin auf einem niedrigerem Niveau als vor der Pandemie, was die Nachfrage belaste.

Auch Chevron stemmt sich mit drastischen Kostensenkungen gegen die Krise - die Ausrüstungsinvestitionen gingen um 48 und die Betriebsausgaben um 12 Prozent zurück. Der Konzern ist dabei, 10 bis 15 Prozent seiner 45.000 Mitarbeiter zu entlassen. Seit Jahresbeginn gab das Papier bereits um 40 Prozent nach.

Quelle: ntv.de