Wirtschaft

Facebook-Managerin Angie Gifford "Werden nie frei von Hassrede sein"

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Täglich sperre Facebook bereits Millionen Accounts, sagt Managerin Gifford in "So techt Deutschland".

(Foto: imago images/photothek)

35.000 Menschen kümmern sich bei Facebook jeden Tag um das Thema Hass im Netz, sagt Facebook-Managerin Angie Gifford im ntv-Podcast "So techt Deutschland". Der Großteil werde durch Künstliche Intelligenz herausgefiltert, frei von Hassrede werde man aber nie sein.

Angie (Angelika) Gifford ist erst seit Anfang 2020 als Vizepräsidentin für das Europageschäft von Facebook zuständig. Kurz nach ihrem Start brach die Corona-Pandemie über die Welt herein. "Ich war sieben Wochen physisch unterwegs. Konnte so noch die Teams in Polen, Berlin, Hamburg - sogar Amsterdam und San Francisco besuchen", erzählt Gifford. Ab März 2020 war damit Schluss. Seitdem versuche sie 34 Länder online zu managen. Sie habe festgestellt, dass die Mitarbeiter von Facebook sehr engagiert seien und Rückschläge sich sehr zu Herzen nehmen. "Wir sind eine lernende Organisation. Wir sind nicht perfekt. Wir müssen es besser machen, aber wir haben uns auch weiterentwickelt", sagt Gifford.

Facebook habe sehr viel Geld in neue Technologien investiert, 15 Milliarden Euro. "Das ist ein Viertel des Firmenumsatzes", rechnet die Managerin vor. Das Unternehmen möchte mit Virtual und Augmented Reality in neue Bereiche vorstoßen. Sicherheit sei ein großes Thema und Künstliche Intelligenz. Diese hebt Gifford besonders hervor.

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Angie Gifford ist bei Facebook für 34 Länder zuständig.

(Foto: Facebook)

Zwar kümmerten sich 35.000 Mitarbeiter alleine um das Thema Hass im Netz, aber "wir haben auch sehr viel in Künstliche Intelligenz investiert, damit wir diese Hasskommentare auch sehr früh entdecken", sagt Gifford und verweist auf eine Rate von mehr als 90 Prozent entdeckter Hassreden auf den Facebook-Plattformen, bevor sie von den Nutzern gemeldet würden. Facebook müsse weiter jeden Tag Millionen von Accounts wegen Falschinformationen oder Hassreden sperren und trotzdem werde "die Plattform niemals Hassrede oder Falschinformationsfrei sein", erklärt Gifford. Man sei ein Spiegelbild der Gesellschaft und da passierten nicht nur schöne Dinge.

Bundestagswahl hat "höchste Priorität"

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Kritik am Einsatz von Künstlicher Intelligenz lässt Gifford nicht gelten. "KI wird die menschliche Intelligenz niemals ersetzen, aber es ergänzt sie." Zum Beispiel habe die Künstliche Intelligenz vor vier Jahren gerade einmal 24 Prozent der Hassreden im Netz rausgefiltert, heute seien es bereits "95 Prozent." Aber trotzdem beschäftige man auch Ethiker, die sich diese neuen Technologien anschauen, bevor sie eingesetzt werden.

In "So techt Deutschland" haken die ntv-Moderatoren Frauke Holzmeier und Andreas Laukat bei Gründern, Investoren, Politikern und Unternehmern nach, wie es um den Technologie-Standort Deutschland bestellt ist. Alle Folgen finden Sie in der ntv App, bei RTL+ Musik, Apple Podcasts, und Spotify. Auch bei Amazon Music und Google Podcast werden Sie fündig.

Facebook habe inzwischen fast 200 Wahlen weltweit "betreut" und die deutsche Bundestagswahl am 26. September habe die "höchste Priorität", verspricht Gifford. Für die Wahlbeobachtung habe Facebook extra ein "Election Operation Center" zusammengestellt. Diese seien seit mehr als einem halben Jahr bei der Arbeit, mit einem Fokus auf Desinformationen. Außerdem würden die Kandidaten für die Wahl mit Sicherheitstools geschützt, Hard- und auch Softwareseitig. Aber, schränkt Gifford ein, "es muss auch genutzt werden". Man biete den Politikern das an: "Ihr müsst durch die Tür gehen, wir können sie nur aufmachen."

Welchen Einfluss sogenannte Deepfake-Videos auf Wahlen haben könnten, wie Facebook diese neue Form der Falschinformationen herausfiltern will und ob auch ihre Kinder stundenlang im Netz unterwegs sind, erklärt Angelika Gifford in der neuen Folge von "So techt Deutschland".

Quelle: ntv.de

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