Wirtschaft

Fintech-Gründerin Preiswerk "Whitebox" gegen Blackbox-Mentalität

salome_preiswerk.jpg

Die neuen digitalen Angebote ermöglichen den Menschen einen einfachen Zugang zum Kapitalmarkt, sagt Salome Preiswerk.

Salome Preiswerk hat die digitale Vermögensverwaltung Whitebox gegründet. "Wenn nicht ihr, dann wir", so das Motto der Finanzexpertin mit Blick auf die Bankenbranche. Künstliche Intelligenz in der Geldanlage ist für sie aber kein Thema.

"Ich habe nicht die spannende Startup-Story zu bieten", sagt Salome Preiswerk erst einmal ganz bescheiden. Fast eine klassische Story für eine Fintech-Gründerin: Nach einem Jurastudium ging sie gleich in eine Unternehmensberatung - "für Banken", wie Preiswerk noch anfügt. "Ich habe mit der Gründung und dem Aufbau von Whitebox lediglich die Seiten gewechselt", erklärt Preiswerk im ntv-Podcast "So techt Deutschland". Das Unternehmen biete eine digitale und automatische Vermögensverwaltung für Privat- und Geschäftskunden. Das Anlageprinzip folge dem Value-Ansatz - Warren Buffett sei für viele ein Begriff.

So techt Deutschland

In "So techt Deutschland" haken die ntv-Moderatoren Frauke Holzmeier und Andreas Laukat bei Gründern, Investoren, Politikern und Unternehmern nach, wie es um den Technologie-Standort Deutschland bestellt ist. Alle Folgen finden Sie in der ntv App, bei RTL+ Musik, Apple Podcasts, und Spotify. Auch bei Amazon Music und Google Podcast werden Sie fündig.

Preiswerk habe in ihrem Job als Beraterin gesehen, was funktioniert und was nicht. Der Fokus auf den Kunden und eine wirklich gute transparente und faire Dienstleistung fehlten. Aus diesem Grund sei auch der Name Whitebox entstanden - "entgegen der in der Branche vorherrschenden Blackbox-Mentalität", so Preiswerk. Die Bereitschaft der Banken, dass auch selbst zu machen, sei damals noch etwas "dosiert" vorhanden gewesen, erinnert sich Preiswerk an die Anfangszeit von Whitebox. "Wenn nicht ihr, dann wir" - frei nach diesem Motto hätten sie dann das Unternehmen gegründet.

ETFs besser als digitale Vermögensverwalter

Der sogenannte "Robo-Advisor" sei für sie einfach nur ein anderer Begriff für den digitalen Vermögensverwalter. Der Begriff suggeriere, dass im Innenleben alles "Robo" sei und der "Algorithmus irgendwelche Portfolios umschichtet, was tatsächlich meistens nicht der Fall ist", erklärt Preiswerk. Das sei oft eine gute Variante für Menschen, die sich die Geldanlage nicht zutrauen, die die Zeit nicht hätten und "oft genug auf die Nase gefallen sind", so die Finanzexpertin. Aber eigentlich brauche es so etwas gar nicht. Preiswerk verweist auf die sogenannten ETFs. Fonds, die einen Index nachbildeten: "Das sind einfache und transparente Produkte."

Mehr zum Thema

Die neuen digitalen Angebote brächten den Menschen einen einfachen Zugang zum Kapitalmarkt. Aber man müsse schon unterscheiden, "geht es um Anlage oder um Zocken", so die rhetorische Frage von Preiswerk. Das seien zwei unterschiedliche Dinge. Zu dieser Erkenntnis solle man lieber vor der ersten Entscheidung gelangen. Aber heute habe man für jedes Bedürfnis ein Angebot. "Das ist ja das Schöne an der schönen neuen Fintech-Welt", sagt Preiswerk.

Warum Salome Preiswerk nichts von künstlicher Intelligenz in der Vermögensverwaltung hält und welche Tipps sie für junge Gründerinnen hat, erzählt sie in der neuen Folge von "So techt Deutschland".

Quelle: ntv.de

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen