Wirtschaft

Fusionspläne mit Fiat Chrysler Frankreich fordert Jobzusagen von Renault

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Frankreich ist mit 15 Prozent an Renault beteiligt. Bei einer Fusion würde sich der Anteil halbieren.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Autokonzern Renault plant einen Zusammenschluss mit Fiat Chrysler. Der französische Finanzminister stellt jedoch Bedingungen. Renault müsse Jobs und Werke in Frankreich erhalten, heißt es aus Paris. Auch bei der Führungsriege will die Regierung mitreden.

Die französische Regierung besteht bei der geplanten Fusion von Renault mit dem italienisch-amerikanischen Autobauer Fiat Chrysler unter anderem auch auf Arbeitsplatzgarantien. "Ich habe dem Renault-Chef sehr deutlich gesagt, dass es die erste der Garantien ist, die ich von ihm bei der Aufnahme dieser Verhandlungen wollte", sagte Finanzminister Bruno Le Maire.

Zusätzlich zu einer "Garantie für den Erhalt von Arbeitsplätzen und Industrieanlagen in Frankreich" forderte er, dass Frankreich im neuen Vorstand vertreten sein müsse. Der französische Staat ist mit 15 Prozent an Renault beteiligt.

Bei einem Zusammenschluss würde sich dieser Anteil voraussichtlich auf 7,5 Prozent halbieren, wie Le Maire erklärte. Als dritte Forderung machte der Minister geltend, dass der neue Konzern führend bei der Entwicklung von Batterien für Elektroautos sein müsse.

Die Aufsehen erregenden Fusionspläne zeigen Branchenkennern zufolge, wie stark sich die internationale Automobilindustrie von den Umbrüchen im Pkw-Bau bedroht sieht. Wegen schärferer Klimavorgaben und steigender Kosten für die Entwicklung von umweltfreundlicheren Motoren und E-Autos stehen die Hersteller schon seit längerem unter Zugzwang. Kooperationen und Fusionen sollen die Kosten senken und die Unternehmen wettbewerbsfähiger machen, etwa indem Entwicklungsabteilungen oder der Einkauf zusammengelegt werden.

Fiat Chrysler und Renault gehen nach eigenem Bekunden davon aus, ihre Kosten nach einem Zusammenschluss um jährlich fünf Milliarden Euro senken zu können. Damit hätten sie dann auch mehr Geld für Investitionen in die E-Mobilität zur Verfügung, heißt es.

Quelle: ntv.de, aeh/rts