Wirtschaft
Seit zwei Jahren bleibt immer mehr Kleidung in den H&M-Läden liegen.
Seit zwei Jahren bleibt immer mehr Kleidung in den H&M-Läden liegen.(Foto: imago/STPP)
Freitag, 15. Dezember 2017

Aktienkurs bricht ein: H&M kündigt Filialschließungen an

Der Onlinehandel macht dem stationären Geschäft des Modehändlers H&M zu schaffen. Im vierten Quartal bleiben die Schweden deutlich hinter ihren Erwartungen zurück. Ladenschließungen und Arbeit am Profil sollen Abhilfe schaffen.

Die schwedische Modekette H&M verschärft nach dem ersten Umsatzminus seit Langem den Sparkurs. Geplant ist, weitere Filialen zu schließen, zudem sollen weniger neue Geschäfte aufmachen, wie das Unternehmen mitteilte. H&M bekomme einerseits die Veränderungen in der Branche zu spüren. "Zusätzlich gab es Ungleichgewichte in Teilen des Sortiments", räumte die Kette ein.

Analysten erhoffen sich nun nähere Informationen zum weiteren Unternehmenskurs im Februar. Die Umsätze (ohne Mehrwertsteuer) sanken im Schlussquartal zu Ende November um 4 Prozent auf 50,4 Milliarden Schwedische Kronen (rund 5,1 Mrd. Euro), wie das Unternehmen mitteilte. Analysten hatten mit 53,9 Milliarden Kronen gerechnet. In lokalen Währungen lag das Minus bei zwei Prozent - das war nach Angaben einer Sprecherin auf dieser Basis der erste Rückgang seit mindestens 1998. An der Börse kamen die Zahlen schlecht an: Der Aktienkurs brach um fast 14 Prozent ein und fiel auf den niedrigsten Stand seit 2009.

H&M leidet seit längerem unter der Konkurrenz der Onlinehändler wie Zalando, Amazon oder Asos. Ab Frühjahr wollen die Schweden nun ihre Waren auf der Online-Plattform Tmall verkaufen, die zum chinesischen Internetriesen Alibaba gehört. Indessen mehren sich die Schwierigkeiten in den Filialen. Immer mehr Kleidung bleibt in den Läden liegen, seit zwei Jahren steigen die Lagerbestände an. "Es sieht so aus, als ob das H&M-Angebot in dieser Saison sehr suboptimal für das weltweit agierende Unternehmen ist", sagte RBC-Analyst Richard Chamberlain.

Der wichtigste Rivale Inditex, zu dem die Kette Zara gehört, profitiert dagegen von einer flexibleren Lieferkette, die es dem Unternehmen erlaubt, schneller auf Änderungen in der Nachfrage zu reagieren. Als Reaktion darauf kündigten die Schweden an, die Verzahnung von stationärem mit Onlinehandel zu beschleunigen und das Ladenportfolio zu überprüfen. Nähere Angaben zu den Schließungsplänen wurden zunächst nicht gemacht.

Quelle: n-tv.de