Wirtschaft

Deutsches Vieh für die Wüste Händler bereiten Kühe für Katar-Flug vor

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Youssef Farhat (l.), und sein Mitarbeiter Erik Zelyk stehen in dem Quarantänestall im sächsischen Weißenberg. Dort werden die deutschen Milchkühe für ihre lange Reise nach Katar fit gemacht.

(Foto: dpa)

Während der Blockade von Katar soll sich der Wüstenstaat selbstständig mit Milchprodukten versorgen können. Dafür werden insbesondere Kühe gebraucht. Vor ihrer langen Reise kommen die Tiere aus Deutschland zunächst in einem speziellen Stall zusammen.

Deutsche Rinder für den Wüstenstaat: In einem Quarantänestall im sächsischen Weißenberg wird derzeit die nächste Lieferung von Holstein-Kühen nach Katar vorbereitet. "Die Tiere kommen aus Zuchtbetrieben aus ganz Deutschland, hier werden sie gesammelt, um sie nach Frankfurt/Main zu bringen", sagte Tiergroßhändler Youssef Farhat.

Vor etwa vier Wochen erhielt der Exporteur aus Sachsen die Anfrage aus dem arabischen Emirat. Katar hatte Mitte Juli die ersten Kühe eingeflogen, mit denen das Emirat in der Krise am Golf seine eigene Milchproduktion ausbauen will. Damit reagiert Katar auf die Blockade, die die drei Nachbarländer Saudi-Arabien, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate sowie Ägypten Anfang Juni über das Land verhängt hatten. Aus Protest gegen die angebliche Unterstützung Katars für Terrororganisationen stellten sie auch den Handel mit dem Emirat ein.

Vor wenigen Tagen waren bereits 165 Kühe in Doha eingetroffen. Insgesamt sollen 4000 Tiere importiert werden, um die Milchversorgung des isolierten Wüstenstaates zu sichern. Vor der Blockade war der größte Anteil der Milchprodukte aus Saudi-Arabien eingeführt worden. Derzeit werden sie vor allem mit Waren aus der Türkei ersetzt.

Kühe werden in klimatisierten Ställen untergebracht

Die Kühe sollen auf einer Farm in der Wüste in einem klimatisierten Kuhstall untergebracht werden. Neben Deutschland exportieren auch die USA und Australien die Milch gebenden Tiere nach Katar.

Der Vize-Präsident von Baladna, Ramis Al Chajat, hatte im Juni erklärt, Katar wolle sich innerhalb von neun Monaten autark mit Molkereiprodukten versorgen. Insgesamt 60 Flugzeuge von Qatar Airways hat der Unternehmer dafür laut Bloomberg gebucht, um die jeweils rund 590 Kilo schweren Tiere von Australien zu transportieren.

Quelle: n-tv.de, kpi/dpa

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