Israel stellt sich querHamas und Ägypten beraten über Trumps Gaza-Plan

Ägypten wird zum Schauplatz neuer Gespräche über die Zukunft Gazas. Die Hamas zeigt sich offen für Vorschläge von US-Präsident Trump. Doch Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu stellt sich gegen zentrale Forderungen – und könnte die Umsetzung blockieren.
Eine Delegation der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas hat mit dem ägyptischen Geheimdienstchef Hassan Raschad über die Zukunft des Gazastreifens beraten. Hamas-Chef Chalil Al-Hajja habe bei dem Treffen in El-Alamein bekräftigt, dass die Palästinenserorganisation "zur Umsetzung des Plans von US-Präsident Donald Trump bereit" sei, berichtete die staatliche ägyptische Nachrichtenagentur Mena. Der Plan sieht eine Entwaffnung der Hamas und einen Rückzug Israels aus dem Gazastreifen vor, Israel lehnt ihn allerdings ab.
Es ist der erste Besuch von Al-Hajja in Ägypten seit seiner Ernennung Ende Juli. Ein Vertreter der Hamas sagte vor dem Treffen, in den Gesprächen solle es um "die jüngsten Entwicklungen in den Verhandlungen" gehen sowie um "die Bemühungen, Israel zur Einhaltung der Vereinbarung zu bewegen". Die Hamas sei bereit, Trumps Pläne umzusetzen, "sobald sich Israel dazu verpflichtet".
Der Plan sieht vor, dass die islamistische Miliz schrittweise ihre Waffen abgeben soll, anschließend sollen sich die israelischen Streitkräfte aus dem Gazastreifen zurückziehen. Eine internationale Stabilisierungstruppe und eine neue palästinensische Polizei sollen die Verantwortung übernehmen. Trump sprach bei seiner Verkündung des 15-Punkte-Plans von einem "Meilenstein".
Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu erteilte dem Plan jedoch eine Absage. Er forderte die Vernichtung aller Waffen der Hamas, nicht nur deren Abgabe. Nach Ansicht Netanjahus sind die Hamas und ihre Verbündeten ansonsten weiter in der Lage, Israel erneut anzugreifen. Umfragen zufolge stößt der Plan bei Netanjahus rechter Wählerbasis auf breite Ablehnung. In rund zweieinhalb Monaten wird in Israel gewählt.
In den kommenden Tagen wird Trumps Sondergesandter und Schwiegersohn Jared Kushner zu Verhandlungen in Israel und Ägypten erwartet. Unter anderem werde ein Treffen der Hamas-Vertreter mit Kushner und dem Vorsitzenden von Trumps "Friedensrat" für den Gazastreifen, Nickolay Mladenov, vorbereitet heißt es aus Hamas-Kreisen. Außerdem liefen Gespräche mit den Vermittlern Ägypten, Katar und der Türkei.
Die Hamas und ihre Verbündeten hatten bei ihrem Großangriff auf Israel am 7. Oktober 2023 mehr als 1220 Menschen getötet, 251 Menschen verschleppten sie als Geiseln in den Gazastreifen. Israel griff daraufhin massiv im Gazastreifen an. Dabei wurden nach Hamas-Angaben mehr als 70.000 Menschen getötet.
Seit Oktober 2025 gilt eine Waffenruhe, beide Seiten werfen sich immer wieder Verstöße vor. Nach Hamas-Angaben wurden im Gazastreifen seitdem mindestens 1259 Menschen getötet.