Wirtschaft

Freier Fall der Wirtschaft gestoppt Hoffnung auf schwarze Null

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In einigen Wirtschaftsbereichen scheint die Talfahrt bereits gestoppt.

(Foto: AP)

Nach einer Reihe von Hoffnungssignalen sieht die Bundesregierung offenbar ein Ende des freien Falls der deutschen Wirtschaft. "Die Entwicklung der vorliegenden Wirtschaftsdaten stützt die Einschätzung, dass die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal günstiger ausgefallen sein könnte als bisher geschätzt", schreibt das Bundesfinanzministerium in seinem Monatsbericht. Eine Reihe von Indikatoren deute darauf hin, dass die konjunkturelle Talfahrt in einigen Wirtschaftsbereichen bereits zum Stillstand gekommen sein könnte.

Zu Jahresbeginn war die Wirtschaftsleistung um 3,8 Prozent eingebrochen - das war der stärkste Rückgang seit Einführung der Statistik 1970. Zuletzt hatte das Bundeswirtschaftsministerium erklärt, vieles spreche für eine Stabilisierung im zweiten Quartal. Zunächst war die Bundesregierung in internen Berechnungen davon ausgegangen, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Frühjahr um rund ein Prozent geschrumpft sein könnte. Jüngst hieß es jedoch in Regierungskreisen, es könne eine schwarze Null geben. Aus der Wirtschaft waren zuletzt Signale für eine Stabilisierung der Konjunktur gekommen: Industrieaufträge, Exporte und Produktion legten jeweils zu.

Schub durch Aufträge

Das Bundesfinanzministerium geht davon aus, dass sich die Neuaufträge der vergangenen zwei Monate nun in der Produktion bemerkbar machen. "Dies deutet zugleich darauf hin, dass der Lagerabbau in der Industrie abgeschlossen sein dürfte", heißt es in dem Monatsbericht.

Mit gewisser Sorge blickt das Ministerium allerdings auf die Entwicklung am Arbeitsmarkt. Die starke Ausweitung der Kurzarbeit habe die Auswirkungen der Wirtschaftskrise bisher noch abgemildert. "Im Fall einer zögerlichen Erholung der Gesamtwirtschaft ist dennoch im weiteren Jahresverlauf mit einer Zunahme der Ungleichgewichte am Arbeitsmarkt zu rechnen", warnte das Ministerium.

Quelle: ntv.de, rts