Wirtschaft

Zinserhöhungen erwartetHoher Ölpreis verdirbt US-Anlegern die Kauflaune

10.09.2026, 23:12 Uhr
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Angesichts der Inflation rechnen inzwischen die meisten Händler mit einer anstehenden Zinserhöhung. (Foto: IMAGO/ZUMA Press)

Miese Stimmung an der Wall Street: Die Anleihenrenditen klettern auf Mehrjahreshochs, an den Aktienmärkten geht es den vierten Tag in Folge abwärts. Der Grund: Der Ölpreis, der inzwischen wieder das Niveau vom Mai erreicht hat.

Sorgen vor einer weiteren Zinserhöhung der US-Notenbank Fed haben der Wall Street am Donnerstag erneut Verluste eingebrockt. Ein Sprung der Ölpreise sowie gestiegene Renditen bei US-Staatsanleihen machten Aktien für Anleger weniger attraktiv. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,6 Prozent tiefer auf 52.064 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gab 0,6 Prozent auf 7592 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,7 Prozent auf 26.082 Punkte.

Auslöser für die Inflations- und Zinssorgen war unter anderem ein starker Anstieg der Ölpreise. Wegen der durch den Krieg der USA und Israels gegen den Iran gestörten Lieferrouten durch die Straße von Hormus und das Rote Meer sprang der Preis für die Nordsee-Sorte Brent um sechs Prozent auf 107 Dollar je Barrel (159 Liter), den höchsten Stand seit Mai. Das schürte die Erwartung, dass die Fed auf ihrer Sitzung nächste Woche die Zinsen anheben wird. Dem Fedwatch-Tool der Börse CME zufolge rechnen Händler nun mit einer Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent mit einer Zinserhöhung um mindestens 25 Basispunkte. Am Vortag hatte die Wahrscheinlichkeit noch bei 64 Prozent gelegen.

Doch inzwischen wurden die US-Erzeugerpreise für August veröffentlicht, erwartungsgemäß haben sie zugelegt. Jetzt blicken die Anleger gespannt auf die Verbraucherpreisdaten am Freitag.

Parallel dazu zogen die Renditen am US-Anleihemarkt an. Die Verzinsung der zehnjährigen Staatsanleihen stieg auf den höchsten Stand seit fast drei Jahren, diejenige der 30-jährigen Papiere erreichte ein 19-Jahres-Hoch. "Die Renditen steigen am kurzen Ende der Kurve, weil die Fed in den nächsten Monaten wahrscheinlich die Zinsen anheben wird", sagte Ross Mayfield, Anlagestratege bei Baird. Am langen Ende stiegen sie wegen der Staatsverschuldung und der hartnäckigen Inflation. Höhere Renditen wirken sich negativ auf den Aktienmarkt aus. Die drücken Bewertungen und erhöhen die Finanzierungskosten für Unternehmen und Verbraucher.

Apple stemmt sich gegen den Trend

Bei den Einzelwerten standen Technologieaktien unter Druck. Die Branchenschwergewichte Nvidia und Micron Technology verloren 2,3 beziehungsweise 4,7 Prozent. Gegen den Trend legten die Aktien von Apple um 3,6 Prozent zu. Der Konzern hatte am Vortag ein faltbares iPhone für 1999 Dollar vorgestellt.

Im Einzelhandelssektor brachen die Papiere von American Eagle Outfitters um 14 Prozent ein und fielen auf den tiefsten Stand seit Oktober. Der Bekleidungshersteller hatte angesichts schwankender Konsumausgaben lediglich seine Jahresprognose für den flächenbereinigten Umsatz bestätigt. Die Aktien der Kaufhauskette Macy's gaben um 4,7 Prozent nach. Eine Anhebung der Jahresprognose konnte die Anleger nicht überzeugen. 

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Quelle: ntv.de, ino/rts

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