Wirtschaft

Nach Handgemenge bei Air France Hollande fürchtet um Frankreichs Image

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Auch Vorstandsmitglied Pierre Plissonnier floh mit zerrissenem Hemd.

(Foto: AP)

Beim Protest gegen Einsparungen kommt es zu gewalttätigen Übergriffen gegen Air-France-Manager. Staatspräsident Hollande und Premierminister Valls bangen um das Bild Frankreichs im Ausland.

Nach dem Angriff wütender Demonstranten auf Air-France-Manager fürchtet Frankreichs Staatschef François Hollande um den Ruf seines Landes. "Der soziale Dialog ist wichtig", sagte Hollande in Le Havre. "Und wenn er von Gewalt unterbrochen wird, von inakzeptablen Formen des Protests, dann sieht man, welche Konsequenzen das für das Bild und die Attraktivität des Landes haben kann."

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Mehrere Manager der Fluggesellschaft waren am Montag angegriffen worden, nachdem die Air-France-Spitze dem Betriebsrat ihre neuen Sparpläne vorgestellt hatte. Personalchef Xavier Broseta flüchtete mit zerfetztem Hemd aus dem Handgemenge.

Premierminister Manuel Valls besuchte Air France und kritisierte die Übergriffe ebenfalls. "Air France ist schockiert und damit ganz Frankreich", sagte Valls. Die Bilder der Übergriffe seien schwer zu ertragen. "Solche Gewalt hat keinen Platz in unserer Gesellschaft." Nichts könne solche Aktionen rechtfertigen, sagte Valls. "Diese Machenschaften sind das Werk von Schurken", gegen die juristisch vorgegangen werde. Die inakzeptable Gewalt könne Auswirkungen auf Bild und Attraktivität Frankreichs haben.

Gewalttätige Proteste gegen Reformen oder Entlassungen sind in Frankreich nicht ungewöhnlich. Zuletzt kam es bei Demonstrationen von Taxifahrern in Paris zu Ausschreitungen. Bei Aktionen gegen eine geplante Lastwagengebühr wurden die Erfassungsanlagen demoliert. Anfang 2014 nahmen Fabrik-Angestellte im lothringischen Phalsbourg drei Manager zwei Tage lang als Geiseln. Zuvor hatten Angestellte einer Reifenfabrik im nordfranzösischen Amiens über einen Tag lang zwei Manager festgehalten.

Personalchef soll gehen

Der Stellenabbau bei Air France soll Gewerkschaftskreisen zufolge deutlich höher ausfallen als bislang bekannt. Zusätzlich zu den bereits vom Management angekündigten 2900 Arbeitsplätzen würden in einer zweiten Phase weitere 5000 gestrichen, zitierte Reuters zwei Gewerkschaftsvertreter. Dabei werde es auch Entlassungen geben.

Derweil bereitet Air France die Ablösung von Personalchef Broseta vor. Der Manager werde in den nächsten Monaten zurücktreten, sagten Vertreter von Air France, der Regierung und Gewerkschaften. Brosetas Abgang werde den Weg frei machen für Gilles Gateau, ein hochrangiges Mitglied des Kabinetts von Premier Valls. Mit dem Wechsel werde ein Vertrauter der Regierung in die erste Verhandlungsreihe bei den wichtigen Gesprächen der Airline mit den Pilotengewerkschaften vorrücken.

Quelle: ntv.de, wne/dpa/DJ

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