Wirtschaft

Über 182 Millionen BarrelIEA plant bislang größte Freigabe von Notfall-Ölvorräten

11.03.2026, 06:47 Uhr
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Schäden nach einem Drohnenangriff auf die Ölraffinerie Ras Tanura in Saudi-Arabien. (Foto: picture alliance/dpa/Vantor)

Der Iran-Krieg belastet die Ölpreise massiv. Die Nutzung von strategischen Ölreserven rückt in den Fokus. Berichten zufolge schlägt die Internationale Energieagentur eine historische Freigabe vor.

Die Internationale Energieagentur (IEA) erwägt die größte Freigabe von Ölreserven in ihrer Geschichte, um die wegen des US-israelischen Krieges mit dem Iran gestiegenen Rohölpreise zu senken. Die geplante Freigabe würde die 182 Millionen Barrel übertreffen, die IEA-Mitgliedstaaten 2022 nach Russlands Invasion der Ukraine auf den Markt brachten, berichtete das "Wall Street Journal" und verwies auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Der Vorschlag sei bei einer Sondersitzung der 32 IEA-Mitglieder unterbreitet worden, berichtete das "Wall Street Journal". Eine Entscheidung werde für Mittwoch erwartet.

"Auf den Ölmärkten haben sich die Bedingungen in den vergangenen Tagen verschlechtert", betonte der IEA-Vorsitzende Fatih Birol. Dies erkläre sich durch die Probleme beim Transit durch die Straße von Hormus sowie durch die Einschränkung der Ölproduktion. Die Mitgliedsländer der IEA verfügten derzeit über 1,2 Milliarden Barrel Ölreserven. Hinzu kämen weitere 600 Millionen Barrel industrieller Vorräte.

In den vergangenen Tagen hatten sich Rufe gemehrt, strategische Ölreserven zu nutzen, um Preisanstiege zu verhindern. Die Vorsitzende des Rats der sogenannten Wirtschaftsweisen, Monika Schnitzer, sagte, die strategischen Ölreserven der G7-Staaten seien "genau für solche Krisensituationen" wie aktuell aufgebaut worden. Sie seien schon in früheren Krisensituationen eingesetzt worden, um die Preise zu stabilisieren, sagte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Bisher fünf Freigaben

Die G7-Staaten hatten eine Freigabe ihrer Ölreserven bisher abgelehnt. "Wir sind noch nicht so weit", hatte Frankreichs Finanzminister Roland Lescure nach einer Videokonferenz mit seinen Amtskollegen aus Deutschland, den USA, Japan, Kanada, Großbritannien und Italien gesagt.

Eine Freigabe der Vorräte im großen Stil würde von der IEA koordiniert werden. Zu ihren Mitgliedern gehören weitere europäische Länder und Staaten wie Mexiko, Israel und Australien.

Die IEA und auch die EU verpflichten ihre Mitglieder, ständig Ölbestände vorzuhalten, die mindestens 90 Tagen ihrer Netto-Importe entsprechen. Seit Gründung der IEA 1974 gab es fünf koordinierte Freigaben: vor dem zweiten Golfkrieg 1991, nach den Hurrikans Katrina und Rita 2005, während des Bürgerkriegs in Libyen 2011 und zweimal nach dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022.

Quelle: ntv.de, raf/AFP

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