Wirtschaft

Die Angst der Wirtschaft vorm Yuan IWF beschwichtigt und lobt China

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Die Finanzmärkte sind bestürzt: Der Yuan bewegt sich.

(Foto: REUTERS)

Die Abwertung der chinesischen Währung treibt Exporteuren die Schweißperlen auf die Stirn. Von Währungskrieg will der BGA noch nicht sprechen, aber die Furcht vor billigen Importen wächst. Nur der Internationale Währungsfonds reagiert positiv.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat den jüngsten Reformen bei der Feststellung der Landeswährung Yuan in China ein positives Zeugnis ausgestellt. Die Änderungen verschafften der Volksrepublik beinahe ein frei schwankendes Wechselkurssystem, sagte der IWF-Vertreter für China, Markus Rodlauer. Die neue Methode dürfte es dem Yuan theoretisch erlauben, sich bis zu zehn Prozent in einer Woche zu bewegen.

Die Behörden müssten derzeit zwar wahrscheinlich immer noch am Devisenmarkt eingreifen. Es sei jedoch die Basis für eine größere Flexibilität gelegt worden. Der IWF hoffe, in spätestens drei Jahren ein frei schwankendes System in China zu sehen. Das sei für das Land von enormer Wichtigkeit: China sei aufgrund seiner Öffnung immer stärker auf eine unabhängige Geldpolitik angewiesen, diese sei aber bei fixierten Wechselkursen und Kapitalkontrollen nicht möglich.

Bedeutung des Yuan in der Welt wächst

Die Bedeutung des Yuan im weltweiten Finanzsystem dürfte damit zunehmen. Mit der Reform des Wechselkursfixierung sei der Yuan einen guten Schritt voran gekommen, um in den Währungskorb der Sonderziehungsrechte (SDR) des IWF aufgenommen zu werden, sagte der IWF-Experte. Bei den SDR handelt es sich um eine Art Weltwährung, dessen Wechselkurs sich derzeit nach dem US-Dollar, dem Euro, dem britischen Pfund und dem japanische Yen richtet. Mit dem jüngsten Reformschritt sei im Prinzip die Voraussetzung geschaffen, dass der Yuan in den Währungskorb aufgenommen werde könnte, erklärte Rodlauer weiter.

Die Zentralbank der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft hatte am Dienstag die Kriterien für den Wechselkurs geändert und damit eine Talfahrt des Yuan eingeleitet. An den Börsen weltweit sorgte dies für Schockwellen und schürte Sorgen über einen Währungskrieg. Inzwischen hat sich die Lage an den Märkten aber wieder beruhigt. Grund für die heftigen Reaktionen: Durch den Kursverfall des Yuan werden Exporte nach China teurer, chinesische Waren auf dem Weltmarkt billiger.

BGA : "China exportiert Probleme"

Anton Börner, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel und Dienstleistungen (BGA) warnte vor den Auswirkungen der jüngsten Währungsturbulenzen in China auf die deutsche Exportindustrie. "China exportiert seine Probleme in die Welt", sagte Börner der Wirtschaftszeitung "Euro am Sonntag": "Auch wenn wir noch nicht die Gefahr eines Währungskrieges sehen, wird der Preiswettbewerb zunehmen und die Unternehmen werden sich auf eine härtere Gangart einstellen müssen. Das ist keine Eintagsfliege", so Börner.

Dies drohe nicht nur die deutschen China-Exporte längerfristig zu schwächen; sollte die Entwicklung länger anhalten, seien indirekt auch negative Auswirkungen auf die deutschen Exporte in den europäischen Raum zu erwarten. "Länder wie Frankreich und Italien sind sehr stark im hochpreisigen Konsumgüterbereich aktiv und hängen stark vom Chinageschäft ab. Leidet deren Geschäft aufgrund fehlender Nachfrage, wirkt sich dies auch auf die deutschen Exporte in diese Länder aus, so Börner gegenüber der Zeitung.

Die Zentralbank setzt jeden Tag zu Handelsbeginn einen Referenzkurs des Yuan zum Dollar fest. Um diesen Punkt darf der Yuan um maximal zwei Prozent schwanken. Neu daran ist, dass sich der Referenzkurs seit Dienstag am Schlussstand des Vortages und damit stärker an den Marktkursen orientiert.

Quelle: ntv.de, ddi/rts/DJ