Wirtschaft

Risikoaufschlag steigt wieder IWF bringt griechische Anleihen in Not

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Wird der IWF sich auch in Zukunft bei der Griechenland-Rettung beteiligen?

(Foto: picture alliance / dpa)

Der mögliche Ausstieg des Internationale Währungsfonds bei der Griechenland-Hilfe verunsichert Anleihenleger. Das Risiko eines Zahlungsausfalls steigt - mit ihm die Renditen für griechische Staatsanleihen.

Spekulationen über die Rolle des Internationale Währungsfonds (IWF) beim dritten Hilfspaket für Griechenland verunsichern Anleiheanleger. Die Rendite der zehnjährigen griechischen Staatsanleihe stieg auf ein Zwölf-Wochen-Hoch von 7,453 Prozent, die des zwei Jahre laufenden Bonds erhöhte sich auf 8,236 Prozent, das war der höchste Stand seit Ende Dezember.

In einem Bericht der "Bild"-Zeitung hatte es geheißen, Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble spreche sich für einen Ausstieg Griechenlands aus dem Euro aus, da der IWF seine Beteiligung am neuen Hilfspaket offenbar verweigere. Das Finanzministerium erklärte daraufhin, Deutschland gehe nach wie vor von einer finanziellen Beteiligung des IWF an dem Programm zur Stabilisierung des schuldengeplagten Landes aus. Bei der EU-Kommission hieß es, es sei kein Grund für eine "alarmistische Beurteilung der griechischen Schuldensituation" zu sehen.

Der Chef der Eurogruppe, Jeroen Dijsselbloem, hatte vor ein paar Tagen betont, die Beteiligung des IWF an dem griechischen Hilfspaket sei nicht verhandelbar. Der südeuropäische Staat ist hoch verschuldet und musste in den vergangenen Jahren mehrfach finanziell gestützt werden.

IWF fordert mehr Zeit für Griechenland

Der IWF jedoch macht von der langfristigen Tragfähigkeit der griechischen Schulden seine Beteiligung an dem milliardenschweren Rettungspaket für das Mittelmeerland abhängig. Wenn keine zusätzlichen Maßnahmen ergriffen würden, werde sich der Schuldenstand auf 275 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes (BIP) erhöhen, heißt es in einem IWF-Bericht.

Der IWF stuft Griechenlands Schuldenlast derzeit "unhaltbar" und langfristig "explosiv" ein. "Selbst bei einer vollständigen Umsetzung der im (Rettungs-)Programm gebilligten Reformen werden die Staatsverschuldung und der Finanzbedarf langfristig explosiv werden", hieß es in dem IWF-Bericht. Um den Schuldenberg des Landes zu verringern, müsse die Eurozone "glaubwürdigere" Maßnahmen ergreifen. Etwa müssten die Zahlungsfristen und Fälligkeiten verlängert werden, sonst könne es nicht gelingen, den Schuldenstand Griechenlands auf eine "abschüssige" Bahn zu lenken.

Quelle: n-tv.de, kst/rts/AFP

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