Wirtschaft

Altersarmut verringern IWF rät Deutschland zu höherem Rentenalter

55167925.jpg

Ein späterer Renteneintritt würde auch die Altersarmut verringern, so der IWF.

(Foto: picture alliance / dpa)

Deutschland solle mehr investieren, vor allem in die Infrastruktur, mahnt der Internationale Währungsfonds an. Auch raten die Experten zu mehr Jobs für Flüchtlinge, Frauen und ältere Menschen. Zudem sollen die Menschen später in Rente gehen als bisher.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat Deutschland zu Reformen und mehr Investitionen in die Infrastruktur gedrängt, um das Wachstumspotenzial zu erhöhen. Dies nehme mit der älter werdenden Bevölkerung mittelfristig ab, erklärte der IWF anlässlich der jährlichen Konsultationen mit der Bundesregierung.

Der IWF spricht sich etwa dafür aus, die Beschäftigungsmöglichkeiten für Flüchtlinge sowie Frauen und ältere Arbeitnehmer zu erweitern. In ihren Empfehlungen raten die IWF-Experten zu einem späteren Renteneintrittsalter. Es wäre hilfreich, das Rentenalter an die steigende Lebenserwartung zu koppeln. "Ein längeres Arbeitsleben hätte eine doppelte Dividende zur Folge: Mehr Beschäftigung bei gleichzeitig geringerer Altersarmut." "Von einem dynamischeren Deutschland würde auch die nach wie vor fragile wirtschaftliche Erholung im Euroraum profitieren", heißt es in dem Papier weiter.

Wie in den Vorjahren fordert der IWF zusätzliche öffentliche und private Investitionen in die Infrastruktur. Es gebe immer noch Spielraum für zusätzliche Ausgaben, ohne gegen die strengen Schuldenregeln zu verstoßen, sagte IWF-Expertin Enrica Detragiache. In ihren Empfehlungen erkennen die IWF-Experten die zusätzlichen Milliarden-Ausgaben unter anderem zur Bewältigung der Flüchtlingskrise zwar an. Bei Haushaltsüberschüssen sollten die finanziellen Spielräume aber am besten für zusätzliche Investitionen genutzt werden.

Wachstum dürfte in diesem Jahr moderat bleiben

"Wir denken, das wäre eine gute Investition in die Zukunft Deutschlands." Unter den seit vielen Jahren niedrigen öffentlichen Investitionen vor allem auf kommunaler Ebene haben aus Sicht des IWF die Kapazitäten für neue Projekte gelitten. Die geringen Investitionen seien auch ein Grund für die hohen Exportüberschüsse Deutschlands. Das Leistungsbilanzplus dürfte in diesem Jahr nahe seinem Rekordniveau verharren, sagt der Währungsfonds voraus.

Der IWF rechnet damit, dass das deutsche Wachstum in diesem Jahr moderat bleibt. Erst im April hatte die Organisation die Wachstumsprognose für 2016 von 1,7 auf 1,5 Prozent gesenkt. Für das kommende Jahr wurde die Vorhersage von 1,7 auf 1,6 Prozent zurückgenommen.

Quelle: ntv.de, kst/AFP/dpa