Wirtschaft

Sorge um Eurozone IWF warnt vor Brexit-Folgen

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Eine englische Fahne mit dem roten Georgskreuz auf weißem Grund ist auf die Außenmauer des Fußball-Stadions in Canvey Island in der Grafschaft Essex gemalt.

(Foto: dpa)

Der mögliche Ausstieg Großbritanniens aus der EU treibt auch den IWF um. Der Fonds erwartet in diesem Fall negative Konsequenzen für die Eurozone und gibt der EZB Ratschläge.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) befürchtet, dass ein Ausscheiden Großbritanniens aus der EU ernste Konsequenzen für den Euroraum haben könnte. Selbst unter der Annahme, dass den Briten im Anschluss an einen Brexit ähnlich großzügige Bedingungen wie Norwegen gewährt würden, rechnet der Fonds mit einer Abschwächung des Wirtschaftswachstums.

Der Europäischen Zentralbank (EZB) rät der IWF dazu, eine weitere Lockerung ihrer Geldpolitik nicht über noch negativere Zinsen, sondern eine Ausweitung der Wertpapierankäufe zu bewerkstelligen. Der IWF änderte seine Wachstumsprognose für den Euroraum für 2016 und 2017 auf 1,6 (zuvor: 1,5) und 1,5 (1,7) Prozent, wobei die leichte Anhebung für das laufende Jahr auf dem unerwartet guten ersten Quartal beruht. "Das ist nur eine erste Einschätzung", sagte Mahmood Pradhan, der stellvertretende Direktor der Europa-Abteilung des IWF.

Sorge um Profitabilität der Banken

Sie beruhe auf der Annahme, dass Großbritannien nach seinem EU-Austritt einen ähnlichen Status wie Norwegen und Zugang zum Binnenmarkt behalte. Das wiederum bedeute, dass Großbritannien die meisten EU-Regeln anwenden müsste, auch die in Bezug auf Personenfreizügigkeit. "Es würde zu einem starken Rückgang des Außenhandels kommen, wenn wir auf die Regeln der Welthandelsorganisation zurückfallen würden", warnte Pradhan.

Die EZB sollte sich auf eine weitere Lockerung ihrer Geldpolitik für den Fall vorzubereiten, dass die Inflation den erwarteten Pfad nach unten verfehlen sollte, so der IWF. Senkungen des Einlagensatzes seien allerdings Grenzen gesetzt.

"Eine weitere Reduzierung könnte die Profitabilität der Banken belasten, wenn sich die Einlagensätze (für Bankkunden) nicht ändern, aber die Kreditzinsen weiter fallen. Das gilt besonders für Bankensysteme mit einem hohen Anteil variabel verzinster Kredite und breiter Einlagenbasis, wie Italien, Portugal und Spanien", warnt der IWF.

Auch Länder mit hohen Leistungsbilanzüberschüssen, in denen sich die Überschussreserven konzentrierten, hätten einen überproportional hohen Teil der Kosten zu tragen, die negative Zinsen verursachten.

Quelle: n-tv.de, wne/DJ

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