Wirtschaft

Gefahr für Wirtschaftswachstum IWF warnt vor Eskalation des Handelsstreits

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IWF-Chefin Lagarde auf dem G20-Treffen in Buenos Aires.

(Foto: REUTERS)

Eigentlich wollten die Finanzminister der G20-Staaten in Buenos Aires über die Zukunft der Arbeit sprechen. Doch ein Thema überschattet alles: der von den USA angezettelte Handelsstreit. Der IWF warnt vor drastischen Folgen.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat die G20-Staaten vor einer Eskalation des Handelsstreits gewarnt. IWF-Chefin Christine Lagarde sagte bei einem Finanzministertreffen der Staatengruppe in Buenos Aires, im schlimmsten Falle könnte das weltweite Wirtschaftswachstum um einen halben Prozentpunkt niedriger liegen. Sie werde den Ministern einen entsprechenden Bericht übergeben.

Das geringere Wachstum in dem genannten Umfang droht nach Einschätzung des IWF dann, wenn alle angedrohten Zölle und Gegenmaßnahmen umgesetzt werden. US-Finanzminister Steven Mnuchin hatte erklärt, der Handelsstreit habe noch keine makroökonomischen Auswirkungen auf die größte Volkswirtschaft.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz warb derweil bei dem Treffen für einen freien und fairen Welthandel. "Die Wohlstandsgewinne sind für alle größer, wenn wir kooperieren", sagte der SPD-Politiker. "Handelskonflikte sind ein großes Thema", sagte Scholz.

Trotz der jüngsten Drohungen von US-Präsident Donald Trump, Autos aus Europa mit höheren Zöllen zu belegen, sprach sich auch Mnuchin grundsätzlich für offene Handelsbeziehungen aus. "Unser Ziel ist ein freier, offener und ausgeglichener Handel", sagte er.

"EU betreibt sehr rationale Politik"

Zuvor hatte Trump den Europäern vorgeworfen, den Euro künstlich niedrig zu halten. Dadurch werde der Dollar teurer und die Wettbewerbsfähigkeit der Vereinigten Staaten beeinträchtigt. Bundesfinanzminister Scholz wies die Anschuldigung zurück: "Die EU betreibt eine sehr rationale Politik. Wir versuchen nicht, über Währungsparitäten wirtschaftliche Vorteile zu erzielen."

Die argentinische G20-Präsidentschaft hat die Zukunft der Arbeit und die Verbesserung der Infrastruktur auf die Agenda des Treffens gesetzt. Angesichts des Zollstreits zwischen den USA, China und der Europäischen Union dürfte es aber vor allem um den globalen Handel gehen.

Der Handelskonflikt tobt vor allem zwischen den USA und China, das bereits von Handelskrieg spricht. Die Regierung in Washington hat etwa Produkte aus der Volksrepublik im Volumen von 34 Milliarden Dollar mit zusätzlichen Zöllen belegt. China hat Gegenmaßnahmen im gleichen Umfang erlassen.

Am Freitag drohte US-Präsident Donald Trump gar mit Zöllen auf chinesischen Einfuhren im Wert von 500 Milliarden Dollar. Die EU setzte er mit der Drohung unter Druck, Autoimporte mit höheren Zöllen zu belegen, was vor allem deutsche Hersteller treffen würde. Bisher sind die EU, aber auch Kanada und Mexiko, von US-Strafzöllen auf Stahl und Aluminium betroffen. Die Länder haben aber Gegenzölle auf US-Importe erlassen.

Quelle: n-tv.de, mli/rts/dpa

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