Wirtschaft

Lebensmittelsicherheit gefährdet Indien verbietet Export von Weizen

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Eine extreme Hitzewelle in Indien soll die Weizenernte voraussichtlich um knapp sechs Prozent verringern.

(Foto: picture alliance / abaca)

Der Krieg in der Ukraine gefährdet die Weizenversorgung weltweit. Erst kürzlich verkündet der zweitgrößte Produzent Indien deshalb, künftig mehr Getreide zu exportieren. Nun macht die Regierung jedoch eine Kehrtwende und verbietet den Verkauf von Weizen ins Ausland.

Der weltweit zweitgrößte Weizenproduzent Indien hat den Export des Getreides mit sofortiger Wirkung verboten. Die Entscheidung sei angesichts des plötzlichen Anstiegs der weltweiten Weizenpreise getroffen worden, wodurch die Lebensmittelsicherheit Indiens gefährdet sei, teilte die Exportbehörde des Landes am späten Freitagabend mit.

Erst kürzlich hatten Indiens Premierminister Narendra Modi und andere Vertreter der indischen Regierung verkündet, angesichts eines drohenden Weizenmangels auf dem Weltmarkts im Zuge des Ukraine-Kriegs zu helfen und deutlich mehr Weizen zu exportieren. Die Ukraine und Russland sind beides große Weizenexporteure. Zuletzt gab es wegen des Krieges Lieferengpässe und Preisanstiege.

Extremhitze verringert Weizenernte

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Indische Weizenexporteure hatten seit Kriegsbeginn Exportabkommen mit Ländern wie Ägypten und der Türkei geschlossen, sagte der Chef der Agricultural and Processed Food Products Export Development Authority Tarun Bajaj. Dann kam aber die aktuelle Extremhitze in Indien dazwischen. Diese verringere die Weizenernte um knapp sechs Prozent, hieß es aus dem Department of Food & Public Distribution. Auch warnten mehrere Ökonomen vor einer möglichen Weizenkrise im Inland.

Indien produziert am zweitmeisten Weizen nach China - rund 100 Millionen Tonnen pro Jahr. Bislang hat das Land kaum etwas davon exportiert. Mit mehr als 1,3 Milliarden Menschen benötigt das zweitbevölkerungsreichste Land selbst viel Weizen. Die Regierung kauft jeweils große Mengen ein, um unter anderem die arme Bevölkerung im Land zu versorgen. Bislang hatten Bauern kaum Anreize, an Exporteure zu verkaufen, da ihnen die Regierung einen subventionierten Preis zahlte, der damals höher als der Weltmarktpreis war.

Quelle: ntv.de, mbu/dpa

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