Aktienkurs hebt abIntel legt glänzende Quartalszahlen vor

Der Boom bei der Künstlichen Intelligenz kommt nach jahrelangen Problemen auch bei Intel an. Der Chipriese überflügelt mit seinen Quartalszahlen die Erwartungen der Analysten bei Umsatz und Gewinn. Auch der Geschäftsausblick liegt weit über den Prognosen und treibt den Aktienkurs in die Höhe.
Der Chipkonzern Intel übertrifft dank der boomenden Halbleiter-Nachfrage im Zuge des KI-Ausbaus deutlich die Wall-Street-Erwartungen. Im vergangenen Quartal habe man sogar zuvor abgeschriebene Lagerbestände noch verkaufen können, sagte Finanzchef David Zinsner dem US-Sender CNBC. Auch habe Intel Preissteigerungen durchsetzen können.
Als Folge stieg der Quartalsumsatz im Jahresvergleich um sieben Prozent auf 13,6 Milliarden Dollar (11,64 Milliarden Euro). Analysten hatten im Schnitt eher mit Erlösen von 12,4 Milliarden Dollar gerechnet. Beim bereinigten Gewinn pro Aktie erreichte Intel 0,29 Dollar - weit über der durchschnittlichen Prognose von 0,01 Dollar.
Unterm Strich gab es allerdings einen weiteren hohen Verlust von 4,28 Milliarden Dollar nach roten Zahlen von 887 Millionen Dollar ein Jahr zuvor. Intel investiert gerade in großem Stil in neue Produktionsprozesse, die den einstigen Marktführer aus der Krise bringen sollen. Intel konnte aber zuletzt den Elektroauto-Vorreiter Tesla als Kunden gewinnen, bei dem Firmenchef Elon Musk die Produktion eigener Chips ausbauen will.
Nachbörslicher Kurssprung um 13 Prozent
Intel überraschte die Anleger auch mit dem Umsatzausblick für das laufende Quartal. Der Konzern rechnet mit Erlösen zwischen 13,8 und 14,8 Milliarden Dollar, während am Markt im Schnitt eine Prognose von rund 13,1 Milliarden Dollar erwartet wurde. Die Aktie stieg im nachbörslichen Handel zeitweise um rund 13 Prozent.
Intel versucht unter dem seit rund einem Jahr amtierenden Chef Lip-Bu Tan, unter anderem durch Kostensenkungen aus der Krise zu kommen, und gab dafür auch die Pläne zum Bau eines Werks in Magdeburg auf. Im August bekam der US-Staat nach Druck von Präsident Donald Trump einen Anteil von rund zehn Prozent an Intel als Gegenleistung für zuvor unentgeltlich zugesagte Milliarden-Subventionen.
Intel dominierte einst den Halbleiter-Markt, kämpft aber seit Jahren mit Problemen. Vor allem im Geschäft mit Chips für Künstliche Intelligenz eroberte der Grafikkarten-Spezialist Nvidia eine Spitzenposition. Zudem steht Intel auch unter Druck im angestammten Geschäft mit PC-Prozessoren und Chips für Rechenzentren.