Wirtschaft

Stahl, Milchprodukte, ElektronikKanada antwortet mit Gegenmaßnahmen auf neue US-Zölle

22.08.2026, 19:16 Uhr
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Kanadas Ministerpräsident Mark Carney lässt sich das nicht gefallen. (Foto: IMAGO/ZUMA Press)

Tagelang verhandeln die USA und Kanada über ein Handelsabkommen, zwischenzeitlich verkündet Donald Trump sogar eine Einigung. Doch die Gespräche scheitern. Ottawa reagiert auf die neuen US-Zölle - und kündigt einen harten Kurs an.

Nach dem gescheiterten Handelsabkommen und den neuen Zöllen der USA gegen Kanada kündigt die Regierung in Ottawa Gegenmaßnahmen an. "Kanada wird die neuen Zölle aus Washington Dollar für Dollar erwidern, um kanadische Arbeitnehmer, Landwirte, Familien und Unternehmen zu schützen", sagte Ministerpräsident Mark Carney auf einer Pressekonferenz. "Wir können das, was sie angeboten haben, nicht akzeptieren, und wir werden nicht das geben, was sie verlangt haben."

Trotz tagelanger Verhandlungen hatten sich beide Länder zuvor nicht auf ein Handelsabkommen einigen können. Carney sagte, die USA hätten in letzter Minute noch Änderungen gefordert. Diese hätten unter anderem bedeutet, dass Kanadas Möglichkeiten zum Abschluss von Handelsabkommen mit anderen Ländern eingeschränkt worden wären.

Das Scheitern des Vorhabens dürfte die ohnehin schon angespannten Beziehungen zwischen den beiden langjährigen Handelspartnern und Verbündeten weiter verschlechtern. Auch dürfte sich dies auf die Zukunft des eigentlich erfolgreichen kontinentalen Freihandelsabkommens USMCA zwischen den USA, Mexiko und Kanada auswirken. Zudem zeigte sich erneut, wie vertrauenswürdig Aussagen von US-Präsident Donald Trump sind. Trump hatte am Mittwoch vor Reportern gesagt, beide Seiten hätten sich auf ein Abkommen geeinigt. Stunden später ruderte er dann zurück und sagte nur noch, er glaube, man habe eine Einigung. Am Ende ginge beide Länder ohne Einigung auseinander.

Carney sagte, als Vergeltung für die jetzt neu in Kraft getretenen US-Zölle in Höhe von 50 Prozent werde Kanada ab dem 8. September seinerseits Zölle auf US-Importe bei einer ganzen Reihe von Sektoren erheben. Die kanadischen Zölle würden unter anderem Stahl, Milchprodukte, Haushaltsgeräte, landwirtschaftliche Geräte, Zellstoff und Papier sowie Elektronik treffen.

Trumps neue Zölle betreffen eine Vielzahl von Branchen wie etwa Wein, Möbel, Milchprodukte, Zement, Bekleidung, Angelruten und Eishockeyausrüstung. Dabei geht es um kanadische Exporte im Wert von rund 20 Milliarden US-Dollar. Es sind keine Ausnahmeregelungen mehr für kanadische Produkte im Rahmen des USMCA-Abkommens vorgesehen, durch das der Großteil kanadischer Exporte in die USA in den letzten 18 Monaten geschützt war.

Quelle: ntv.de, mba/rts

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