Wirtschaft

Merkel schließt Huawei nicht aus Konzerne bieten 332 Millionen Euro für 5G

Gleich mehrere Hundert Millionen Euro bieten die Konzerne für die begehrten 5G-Frequenzen. Zur Frage, ob Huawei die dafür erforderlichen Netze bauen soll, äußert sich die Kanzlerin. Und gesundheitliche Bedenken versucht das Bundesamt für Strahlenschutz zu zerstreuen.

Nach dem ersten Tag der Versteigerung der 5G-Frequenzen in Deutschland summiert sich das das Gebotsvolumen auf 332,5 Millionen Euro. Diesen Stand veröffentliche die Bundesnetzagentur nach der achten Auktionsrunde auf ihrer Website. Bundeskanzlerin Angela Merkel schloss derweil nicht aus, dass die erforderlichen Netze vom chinesischen Konzern Huawei gebaut werden könnten.

Zum Start der Auktion hatte der Chef der zuständigen Bundesnetzagentur, Jochen Homann, am Morgen in Mainz symbolisch auf den Knopf einer alten Stopp-Uhr gedrückt, die schon im Jahr 2000 im Einsatz war. Damals bescherte die erste große Frequenzauktion dem Bund einen Geldregen von umgerechnet knapp 51 Milliarden Euro. Die nun gestartete Auktion dürfte deutlich weniger Geld einbringen, Fachleute rechnen mit drei bis fünf Milliarden Euro.

Merkel: Nicht blauäugig sein

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Merkel wollte Huawei nicht ausschließen, äußerte aber auch Bedenken.

(Foto: dpa)

Merkel sprach sich beim Umgang mit dem umstrittenen chinesischen Telekom-Konzern Huawei für ein gemeinsames europäisches Vorgehen aus. Sie halte einen solchen Ansatz für "wünschenswert", sagte Merkel bei einer Konferenz in Berlin. Sie halte aber nichts davon, einen Anbieter "per se" vom Aufbau des 5G-Netzes auszuschließen, weil er aus einem bestimmten Land komme.

Die Bundesregierung habe Anforderungen an die Bewerber. Man solle jedem eine Chance geben - aber auch nicht "blauäugig" sein. Man müsse schon sehen, dass es in China ganz andere Gesetze gebe als in Deutschland. Bisher hätten viele Länder Huawei-Technologie verwendet. Bei der 5G-Technologie seien die Systeme aber sehr viel komplizierter. Die Auktion von Frequenzen für den neuen superschnellen Mobilfunkstandard 5G startete am Dienstag. Der Übertragungsstandard ist vor allem für die Industrie wichtig.

In Deutschland zeichnen sich bereits verschärfte Anforderungen für die Sicherheit von Telekommunikationsnetzen ab. In neuen Vorgaben der Bundesnetzagentur wird der Begriff eines "vertrauenswürdigen Lieferanten" eingeführt, der "nationale Sicherheitsbestimmungen sowie Bestimmungen zum Fernmeldegeheimnis und zum Datenschutz zweifelsfrei einhalten" muss. Vor allem in den USA gibt es Vorwürfe, Huawei stehe der chinesischen Regierung zu nahe und könne von Behörden des Landes zur Zusammenarbeit gezwungen werden. Huawei weist die Anschuldigungen zurück.

Weitere Forschung zu Strahlen-Belastung

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Vor der Bundesnetzagentur in Mainz forderten diese Demonstranten ein Stopp von 5G, weil die gesundheitlichen Folgen ungeklärt seien.

(Foto: REUTERS)

Es gibt aber auch gesundheitliche Bedenken. Die Präsidentin des Bundesamtes für Strahlenschutz, Inge Paulini, versprach daher weitere Forschungen über die gesundheitlichen Folgen. Mittelfristig werde 5G auch höheren Frequenzen als die heute üblichen nutzen, zu denen bislang weniger Daten zu den Wirkungen vorliegen. "Hierzu werden wir weitere Forschung betreiben", kündigte sie in Oberschleißheim an.

In ihrer Mitteilung betonte sie aber, dass zunächst kein Anlass zur Sorge bestehe. "Wenn der Aufbau der nötigen Infrastruktur umsichtig erfolgt, sind durch 5G keine gesundheitlichen Auswirkungen zu befürchten", erklärte sie. "Im ersten Schritt sind für 5G solche Frequenzbereiche vorgesehen, die schon bisher für den Mobilfunk genutzt werden. Für 5G gilt also zunächst, was auch für vorherige Mobilfunkstandards gilt: Unterhalb der geltenden Grenzwerte sind keine gesundheitlichen Auswirkungen nachgewiesen."

Quelle: n-tv.de, vpe/DJ/dpa/AFP