Wirtschaft

Eon dementiert Pressebericht Konzerne zahlen Milliarden für Atommüll

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Die Energiekonzerne geben mit dem Ende der Atomstromerzeugung auch die Verantwortung für langfristige Folgen der Kernenergie ab.

(Foto: picture alliance / dpa)

Laut dem umstrittenen Vorschlag der Atommüll-Kommission KFK nimmt der Bund den Energiekonzern die dauerhafte Verantwortung für das strahlende Erbe der Kernenergie ab. Billig wird die Einigung für die Unternehmen allerdings nicht.

Der Deal zwischen den Energiekonzernen und der Bundesregierung zur Atommüll-Finanzierung steht nach Informationen der "Börsen-Zeitung" kurz vor dem Abschluss. Ende September soll ein Referentenentwurf für das Atomgesetz ins Kabinett gehen und noch vor Jahresende Gesetzeskraft erlangen. Der grundsätzlichen Einigung zufolge müssen Eon, RWE, EnBW und Vattenfall schon Ende 2016 insgesamt 26,4 Milliarden Euro in bar an eine öffentlich-rechtliche Stiftung übertragen.

Eon dementierte die von der "Börsen-Zeitung" genannte Zahl. "Diese Zahlen sind falsch", sagte ein Eon-Sprecher. Allerdings bestätigte der Konzern, dass eine Einigung kurz bevorstehe. "Ich gehe mal für alle vier Versorger davon aus, dass es auf eine Lösung zuläuft", sagte der Eon-Sprecher. Eine RWE-Sprecherin sagte, die Verhandlungen entwickelten sich konstruktiv, dauerten aber noch an.

Die Stiftung übernimmt im Gegenzug für die Einlagen von den Konzernen die Verantwortung für die Durchführung und Finanzierung der Zwischen- und Endlagerung des Atommülls. Das hat die Börsen-Zeitung aus Kreisen der Atomkommission KFK erfahren, die von den Politikern Ole von Beust, Matthias Platzeck und Jürgen Trittin geleitet wird. Deren Ende Mai vorgelegter Bericht war und ist die Grundlage für die Pläne der Bundesregierung.

Die Summe von 26,4 Milliarden Euro basiert auf den Preisen des Jahres 2016 und einer Verzinsung der bisher gebildeten Rückstellungen der Konzerne von jährlich 4,58 Prozent. "Das Geld soll unmittelbar nach Verabschiedung des Atomgesetzes zum Jahresende an eine in den kommenden Wochen noch zu gründende öffentlich-rechtliche Stiftung überwiesen werden", sagte ein Kommissionsmitglied. Der Betrag umfasst neben den Rückstellungen, die die Konzerne für die Lagerung des Atommülls schon gebildet haben, noch einen Aufschlag für etwaige Kostenrisiken.

Die Energiekonzerne sollen neben einem Gesetz zusätzlich jeweils einen separaten Atomvertrag mit der Bundesregierung erhalten. Davon erhoffen sich die Versorger mehr Rechtssicherheit. Die Verträge, die jeder Konzern einzeln mit dem Bund schließt, sollen genau festschreiben, welches Unternehmen wie viel Geld in den Atomfonds einzahlt. Anfang Juni hatte das Kabinett beschlossen, im Milliardenpoker um den Atommüll den Empfehlungen der Atomkommission KFK zu folgen.

Quelle: ntv.de, mbo/DJ