Wirtschaft

Mini-Erhöhung im Osten Krise beschert West-Rentnern eine Nullrunde

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Im Westen fällt eine Rentenerhöhung in diesem Jahr aus.

(Foto: picture alliance/dpa)

Auch auf dem Rentenbescheid macht sich die Virus-Krise bemerkbar: Nach jahrelangen Steigerungen erhalten deutsche Ruheständler im Westen nun keine Erhöhung. Dem Osten steht ein minimaler Anstieg der Bezüge bevor.

Westdeutsche Rentnerinnen und Rentner müssen infolge der Coronavirus-Pandemie eine Nullrunde hinnehmen. Im Osten wird es nur eine Mini-Anhebung um 0,72 Prozent geben. Das gab Bundesarbeitsminister Hubertus Heil bekannt. Demnach steht nach Daten des Statistischen Bundesamtes und der Rentenversicherung Bund die Rentenanpassung zum 1. Juli fest. Diese sieht wegen der Corona-Krise die sonst im Sommer übliche Erhöhung der Altersbezüge im Westen Deutschlands nicht vor.

"Da die gesetzlich verankerte Rentengarantie Rentenkürzungen verhindert, verbleibt in Westdeutschland der ab 1. Juli 2021 geltende aktuelle Rentenwert weiterhin bei 34,19 Euro, obwohl die rechnerische Rentenanpassung negativ ist." Im vergangenen Jahr hatte es zunächst noch einmal eine kräftige Steigerung um 4,2 im Osten und 3,45 Prozent im Westen gegeben. Zum letzten Mal ist es 2010 - im Jahr nach der Finanzkrise - passiert, dass eine Rentenerhöhung ausfiel. Seitdem sind die Renten jedes Jahr gestiegen.

"Auch und insbesondere in Krisenzeiten wie der aktuellen Covid-19-Pandemie können sich die Rentnerinnen und Rentner auf die gesetzliche Rente verlassen", erklärte Heil. 2020 hätten sie noch mit einer deutlichen Rentensteigerung von der guten Lohnentwicklung des Jahres 2019 profitiert, obwohl die Beschäftigten bereits von den negativen Folgen der Pandemie betroffen gewesen seien. "Zeitverzögert wirkt sich die Krise nun auch auf die Rentenanpassung aus."

Schrittweise Anpassung läuft weiter

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Grundlage für die Rentenanpassung ist die Lohnentwicklung. Die für die Rentenanpassung maßgebliche Lohnentwicklung betrug in den alten Ländern den Angaben zufolge minus 2,34 Prozent. Neben der Lohnentwicklung wird die Höhe der Rentenanpassung noch durch einen Nachhaltigkeitsfaktor und einen Faktor für Altersvorsorgeaufwendungen bestimmt. Aufgrund der genannten Einflüsse ergibt sich laut dem Ministerium eine rechnerische Rentenanpassung von minus 3,25 Prozent. Die Rentengarantie stelle aber seit dem Jahr 2009 sicher, dass die Anwendung der Rentenanpassungsformel nicht zu einer Minderung des aktuellen Rentenwerts führt.

Dass die Renten im Osten trotz Krise anders als im Westen leicht steigen, liegt an der sogenannten Angleichungstreppe: Bis 2024 wird der Rentenwert im Osten schrittweise an den im Westen angepasst, bis er gleich hoch ist.

Quelle: ntv.de, cri/DJ/dpa

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