Wirtschaft

Ausbremsen der Chinesen Kuka beschäftigt die große Politik

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Kuka-Roboter in Shanghai.

(Foto: REUTERS)

Der chinesische Kühlschrank- und Klimaanlagenhersteller Midea will ein Gebot für Kuka abgeben. Das schreckt Brüssel und Berlin auf. Laut EU-Digitalkommissar Oettinger ist Kuka für Europas Industrie strategisch bedeutend.

Der Augsburger Roboterhersteller Kuka soll nach dem Willen der europäischen und der Berliner Politik nicht in chinesische Hände gehen. Nach Angaben der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" hält EU-Digitalkommissar Günther Oettinger Kuka für strategisch bedeutend für die europäische Industrie. Er fordere die anderen Großaktionäre auf, ein Alternativangebot zu prüfen, beziehungsweise ein Gebot anderer europäischer Unternehmen für Kuka. Außerdem beklage Oettinger, dass eine vergleichbare Beteiligung in China umgekehrt gar nicht möglich wäre.

Die angestrebte Übernahme hat auch während der Klausurtagung der Regierungskoalition auf Schloss Meseberg eine Rolle gespielt. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel habe das Thema in Meseberg aufgebracht, berichtet die "FAZ" weiter. Der Tenor, so heißt es, sei eindeutig gewesen: Nach Möglichkeit müsse Kuka ein europäisches Unternehmen bleiben.

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Öffentlich zu Protokoll geben will man das in Berlin allerdings nicht. Ein Sprecher von Gabriel sagte lediglich: "Wir haben die Berichte zum Thema Kuka zur Kenntnis genommen. Es handelt sich hierbei jedoch um eine unternehmerische Entscheidung, die wir, wie üblich, nicht weiter kommentieren."

Der chinesische Kühlschrank- und Klimaanlagenhersteller Midea hatte vergangene Woche angekündigt, er wolle bis zu 4,5 Milliarden Euro für den schwäbischen Automatisierungsspezialisten bieten. 115 Euro will Midea je Aktie zahlen. Das bedeutet einen Aufschlag von fast 60 Prozent auf den Kurs im Februar, bevor die Chinesen ihre Beteiligung an Kuka von 5,43 Prozent weiter auf 10,2 Prozent aufgestockt hatten. Midea will mit dem Angebot auf einen Anteil von mehr als 30 Prozent der Aktien kommen.

"Kein Hilferuf nach China"

Wörtlich lässt sich Oettinger zitieren: "Kuka ist ein erfolgreiches Unternehmen in einem strategischen Sektor mit wichtiger Bedeutung für die digitale Zukunft der europäischen Industrie. Da es keinen Hilferuf nach China gab, sollte deshalb der Gedanke erlaubt sein, ob für Kuka ein europäischer Ansatz - also ein Alternativangebot zum Beispiel der anderen beiden Großaktionäre oder ein Einstieg anderer europäischer Firmen - eine bessere Lösung sein könnte."

In diesem Zusammenhang stelle sich auch die Frage, "ob eine solche Anteilserhöhung - oder überhaupt eine Beteiligung an solch strategischen Wirtschaftszweigen - umgekehrt in China möglich wäre?" Die Antwort liegt für Oettinger auf der Hand: "Ich befürchte, nein." Seine Schlussfolgerung: "Deshalb sollten wir auf die Zukunftsträger der europäischen Wirtschaft besonders und besser achten."

Diskutiert wird wohl auch schon, ob die Regierung in Berlin ein förmliches Prüfverfahren nach dem Außenwirtschaftsgesetz einleiten sollte.

Quelle: ntv.de, wne

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