Drohen nun Streiks?Schlichtung zwischen Lufthansa und Piloten gescheitert

Die Lufthansa und ihre Pilotenvertreter treffen sich zur Schlichtung. Es geht um Gehaltserhöhungen und die betriebliche Altersversorgung. Eine Einigung gibt es nicht. Hinter verschlossenen Türen gehen die Gespräche aber weiter.
Bei der Lufthansa sind die Schlichtungsgespräche mit der Pilotengewerkschaft "Vereinigung Cockpit" (VC) ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Das geht aus einer internen Mitteilung der Lufthansa hervor. Das Verfahren hatte Ende August begonnen, mit den ehemaligen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow aufseiten der Gewerkschaft und Roland Koch für das Unternehmen. Einen bindenden Schlichterspruch gab es nicht.
Erneute Streiks der Piloten sind aber nicht zeitnah zu befürchten. Neben der nun gescheiterten Schlichtung läuft noch eine thematisch weiter gefasste Mediation zwischen den Parteien. Ramelow und Koch haben beide angeboten, sich bei den weiteren Gesprächen zu beteiligen. Dabei könnte der Gesamtkonflikt beigelegt werden. Mehr Details zu einem zeitlichen Ablauf der Gespräche gibt es nicht. Sollten auch diese scheitern, steigt das Risiko für Arbeitskämpfe deutlich.
Worüber wird verhandelt?
Verhandelt wird über Gehaltserhöhungen und die betriebliche Altersversorgung für die rund 5000 Piloten der Kernmarke und der Frachttochter Lufthansa Cargo. Gleichzeitig geht es um größere strukturelle Fragen, wie etwa der Zukunft der Piloten von Lufthansa Cityline. Diese wurde bereits im April geschlossen.
Zudem lagert Lufthansa Flugzeuge und Personal zunehmend in günstigere Tochtergesellschaften wie Discover Airlines aus. Das spart Lufthansa zwar Kosten, geht aber zulasten der Angestellten, da die Tarifbedingungen bei den Lufthansa-Töchtern niedriger sind. Die VC möchte das verhindern.
Die Lufthansa-Piloten hatten in diesem Jahr bereits mehrfach und vor allem kostspielig gestreikt. Auch während des Festakts zum 100. Jahrestag der Gründung der ersten Lufthansa im April fielen Hunderte Flüge aus.
Verdi erzielt Einigung
Parallel dazu haben die Gewerkschaft Verdi und die Lufthansa City Airlines eine Einigung erzielt. Sie betrifft die betriebliche Altersvorsorge. Die Vereinbarung sieht vor, dass die Airline für das Cockpit- und Kabinen-Personal eine "rein arbeitgeberseitig finanzierte" betriebliche Altersvorsorge über eine Unterstützungskasse anbietet. In diese Kasse zahlt die Fluglinie "zusätzlich zum regulären Gehalt monatlich fünf Prozent des individuellen Einkommens". Die Regelung trifft etwa 660 Beschäftigte.
Neu ist laut Verdi eine Wahloption für das fliegende Personal. Wer nicht an der betrieblichen Altersvorsorge teilnimmt, kann sich den Betrag auch auszahlen lassen. Das Bruttoeinkommen steigt so auf 105 Prozent.
Auch für Discover Airlines verhandelt Verdi über eine betriebliche Altersvorsorge. Das Angebot für das Cockpit- und Kabinen-Personal sei hier aber unzureichend, erklärte die Gewerkschaft. Die teilweise Einigung mit Verdi und Lufthansa betrifft allerdings nicht die Forderungen der Pilotengewerkschaft VC.
