Wirtschaft

"Wir halten nicht länger aus" Mallorcas Tourismusbranche funkt SOS

231922812.jpg

Demonstranten halten in Palma de Mallorca ein Transparent mit dem Schriftzug "SOS Tourismus". Hoteliers und Gastronomen, Taxifahrer, Reiseleiter und Ladenbesitzer auf Mallorca fordern schnelle Lösungen für die coronabedingte Krise.

(Foto: picture alliance/dpa/EUROPA PRESS)

Die Nerven der Hoteliers und Gastronomen auf der Lieblingsinsel der Deutschen liegen blank. Trotz einer deutlichen Entspannung der Corona-Lage müssen die Restaurants, Cafés und Kneipen auf Mallorca sowie den Nachbarinseln geschlossen bleiben. Die Branche macht ihrem Unmut Luft.

Mit einer Aktion haben Hoteliers und Gastronomen, Taxifahrer, Reiseleiter und Ladenbesitzer auf Mallorca auf ihre Not aufmerksam gemacht - und schnelle Lösungen für die coronabedingte Krise gefordert. Der neue Interessenverband "SOS Turismo" brachte an Fassaden und Balkonen von Hotels, Restaurants und anderen Gebäuden Hunderte von Bannern an. Die teils riesigen Fahnen mit dem Verbandsnamen und Forderungen waren an vielen Orten auf der spanischen Urlaubsinsel zu sehen.

"Wir Tourismusfirmen halten nicht länger aus", heißt es in einem "Manifest", das am Strand von Cala Millor im Osten der Insel von Angehörigen des Zusammenschlusses von Dutzenden Branchenverbänden vorgelesen wurde. Gefordert wurden unter anderem "direkte Hilfen und eine erhebliche Reduzierung der Steuer- und Abgabenlast".

Ungeachtet einer deutlichen Entspannung der Corona-Lage hatte die Regionalregierung der Balearen am Vorabend die Zwangsschließung aller Gastronomiebetriebe und anderer Einrichtungen auf Mallorca und den Nachbarinseln Ibiza und Formentera mindestens bis zum 2. März verlängert. Leichte Lockerungen gibt es ab Montag zum Beispiel nur für Einkaufszentren und Schwimmbäder.

Als Hauptgrund für die Beibehaltung der meisten Einschränkungen wird die weiterhin schwierige Lage in den Krankenhäusern angeführt. Der strenge Lockdown herrscht seit dem 13. Januar. Das Gastgewerbe der Balearen leidet allerdings schon seit vielen Monaten unter den Folgen der Pandemie und des Rückgangs des Tourismus. In normalen Jahren hat die Branche einen Anteil von 35 Prozent am Regionaleinkommen. 2020 brach die Zahl der Urlauber aber um 87,4 Prozent auf nur noch 1,7 Millionen ein.

Im Dezember hatten die Balearen lange die höchsten Corona-Zahlen ganz Spaniens. Im Zuge der strengen Einschränkungen verbessert sich aber die Lage seit Wochen.

Quelle: ntv.de, ddi/dpa

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.