Wirtschaft

Ruanda will Kongress-Magnet sein Meetings zwischen Gorillas und Vulkanen

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Die Kuppel des ruandischen Kongresszentrums leuchtet nachts in den Farben des Landes.

(Foto: Rwanda Conventin Bureau)

Kigali ist eine der beliebtesten Städte für Business-Treffen und internationale Konferenzen in Afrika. Dafür hat Ruandas Hauptstadt in den vergangenen Jahren kräftig investiert. Doch nicht nur die Hotels locken Geschäftsreisende.

Fünf-Sterne-Hotels, Konferenzräume auf mehreren Tausend Quadratmetern, High-Speed- Internet: Über 20 Jahre nach dem Völkermord an der Tutsi-Minderheit gehört Ruanda mittlerweile zu den führenden afrikanischen Ländern für Geschäftstouristen. Laut der "International Congress and Convention Association" (ICCA) liegt die Hauptstadt Kigali bei internationalen Konferenzen in Afrika auf dem dritten Platz hinter Kapstadt und Marrakesch.

Im vergangenen Jahr fanden in Ruanda nach Angaben der Weltbank über 40 internationale Konferenzen statt. Allein die Hauptstadt richtete unter anderem den jährlichen Gipfel der Afrikanischen Union, das Weltwirtschaftsforum sowie den "Global Africa Investment"-Gipfel aus. Insgesamt kamen fast 400.000 Geschäftsreisende ins Land.

Musterknabe in Afrika

Nach Angaben des ruandischen Entwicklungsministeriums flossen knapp 50 Millionen Dollar (umgerechnet über 42 Millionen Euro) in die Tourismuskasse - ein Anstieg von fast 30 Prozent zum Vorjahr. Insgesamt machen Geschäftsreisen in der Branche einen Anteil von rund 12 Prozent aus.

Aus wirtschaftlicher Sicht sei Ruanda ein Musterland, sagt der Geschäftsführer des Afrika-Vereins der deutschen Wirtschaft, Christoph Kannengießer zu n-tv.de. "Die Geschäftstouristen sind ein Gewinn für Ruanda, lernen bei ihren Besuchen das Land für weitere Investitionen kennen."

Möglich gemacht hat diese Entwicklung vor allem das im vergangenen Jahr errichtete Kongresszentrum (KCC) in Kigali. Das 300 Millionen Dollar (250 Millionen Euro) teure Areal beherbergt auch ein Fünf-Sterne-Hotel mit rund 300 Zimmern. Finanziert wurde es unter anderem mithilfe eines Weltbank-Fonds, der den Tourismus in Ruanda vorantreiben soll.

Präsident Paul Kagame will Ruanda bis 2020 zu einem High-Tech-Staat umrüsten und das Land so aus der Armut führen. Dafür braucht Ruanda besonders ausländische Investoren. Kagame regiert seit 1994 und wurde erst Anfang des Monats für eine dritte Amtszeit wiedergewählt.

Fünf-Sterne-Hotels, Safari und Vulkane

Damit auch künftig möglichst viele Geschäftsreisende ins Land kommen, hat Ruanda die Flugverbindungen ausgebaut. 400 Flüge pro Woche bietet die staatliche Airline Rwandair mittlerweile an, viele davon von und nach Europa und in den Nahen Osten. Im Süden des Landes hat die Regierung einen zweiten Flughafen errichtet und den Airport in der Hauptstadt bereits auf eine Kapazität von über vier Millionen Passagieren im Jahr erweitert. Bisher starten und landen allerdings erst etwas mehr als eine Million Menschen jährlich in Kigali.

Außer mit 5-Sterne-Hotels und Kongresszentren lockt Ruanda Geschäftsreisende auch noch mit der vielfältigen Landschaft und Natur. Zahlreiche Agenturen bieten Reisen zu Vulkanen, Berggorillas sowie Tee- und Kaffeeplantagen an. Der größte zusammenhängende Bergwald Zentralafrikas im Südwesten des Landes beherbergt unter anderem Schimpansen, Bonobos und Elefanten. Im Akagera-Nationalpark an der Grenze zu Tansania können Besucher auf Safari von Feuchtgebieten bis in die Savanne fahren.

Auch in der Hotelbranche soll sich in Ruanda noch einiges tun. Neben internationalen Hotelketten wie Radisson Blue oder Marriott sollen weitere Hotels entstehen. Laut dem Onlineportal "The East African" will die Kagame-Regierung die 8000 Hotelzimmer in der Hauptstadt in diesem Jahr nahezu verdoppeln.

Ruanda sei auf dem richtigen Weg, sagt der Afrika-Experte Kannengießer. Aber die Konkurrenz schläft nicht. In der Region sei vor allem Kenia interessant für ausländische Investoren. "Ruanda darf sich nicht ausruhen und muss weiter in Infrastruktur und in die Sicherheit investieren." Auch Südafrika, Äthiopien und die Elfenbeinküste buhlen wie Ruanda um internationale Geschäftsreisende.

Quelle: ntv.de