Wirtschaft

"Kleinkariert und bedauerlich" München dampft Automesse IAA ein

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Freiluft-Autoschau am Münchner Wittelsbacherplatz im September 2021.

(Foto: picture alliance/dpa)

Mit viel Vorschusslorbeer zog die Internationale Automobilausstellung von Frankfurt nach München um. Doch der rot-grüne Stadtrat der bayerischen Landeshauptstadt streicht nun die Ausstellungsflächen zusammen. Die CSU ist empört. Der VDA prüft Konsequenzen.

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) stellt nach einem Beschluss des Münchner Stadtrats zur Verkleinerung der Ausstellungsflächen der IAA seine Automobilmesse auf den Prüfstand. Dass mit der Entscheidung einseitig das Konzept der Bewerbung in Teilen zurückgenommen werde, verwundere den Verband und sei schwer nachvollziehbar, teilte der VDA mit. "Wir werden die Folgen dieses Beschlusses nun prüfen."

Die Internationale Automobilausstellung (IAA) fand im September 2021 zum ersten Mal in der bayerischen Landeshauptstadt statt. Zu dem Konzept gehörten in der ganzen Innenstadt verteilte Ausstellungsflächen, nicht nur Flächen auf dem Messegelände. Der Münchner Stadtrat hatte am Mittwochabend beschlossen, Teile der Ausstellungsflächen in der Innenstadt zu verlegen beziehungsweise zu reduzieren, nachdem es aus der Bevölkerung massive Kritik an den ausgedehnten Messeständen gegeben hatte.

SPD-Fraktionschefin Anne Hübner hatte im Münchner Stadtrat gesagt, wenn der Verzicht auf den Odeonsplatz und die Verkleinerung am Königsplatz nicht akzeptiert würde, "dann muss man eben nach Frankfurt gehen". München hatte sich 2020 im Wettbewerb um die IAA gegen Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Hannover durchgesetzt, und zwar mit einem neuen Konzept: Aus der Automobilausstellung in Messehallen wurde eine Mobilitätsmesse in der ganzen Stadt.

CSU: Bayern ist ein Autoland

Der bayerische Staatskanzleichef Florian Herrmann von der CSU sagte: "Der rot-grüne Beschluss im Münchner Stadtrat ist für eine Weltstadt kleinkariert, innovationsfeindlich und damit mehr als bedauerlich." Die Stadt solle noch einmal über Kompromisse nachdenken. Bayern sei ein Autoland. Die Staatsregierung habe sich dafür starkgemacht, dass die IAA nach München kommt. "Es entspricht nicht unserem Stil, Verträge einseitig zu ändern. Und es ist sehr befremdlich, wenn rot-grüne Stadträte sagen, der Veranstalter könne ja wieder nach Frankfurt zurückkehren, wenn ihm etwas nicht passe."

Für die Messe München, die die IAA mit dem VDA zusammen veranstaltet, sagte Geschäftsführer Stefan Rummel, die Veranstaltung 2021 sei ein herausragendes Erlebnis für Bürger und Besucher gewesen und habe Stadt und Land 240 Millionen Euro beschert. Die Messe werde die veränderten Vorgaben prüfen. Sie sei aber zuversichtlich, dass die IAA auch 2023 zu einem "Leuchtturm für die Branche" werde. Der ADAC Südbayern appellierte an die Stadt, der IAA den "Raum zu geben, um die notwendigen Diskussionen in der Frage um die Mobilität der Zukunft zu führen". Das neue Konzept sei ein Publikumsmagnet gewesen.

Quelle: ntv.de, mau/rts/dpa

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