Wirtschaft

Abstieg dauert anNio wird im Januar nur ein einziges Auto in Deutschland los

08.02.2026, 13:50 Uhr
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In Deutschland ein Ladenhüter - 325 Fahrzeuge brachte Nio im vergangenen Jahr neu auf die Straßen hierzulande. (Foto: picture alliance / Xinhua News Agency)

Der Autohersteller Nio verdient Ende vergangenen Jahres erstmals Geld. Weltweit bringen die Chinesen in den letzten drei Monaten fast 125.000 Autos an die Kunden. In Deutschland aber bekommt das Unternehmen keinen Reifen auf die Straße. Der Januar verläuft dramatisch.

Der chinesische E-Autobauer Nio hat einen rabenschwarzen Jahresanfang in Deutschland erlebt. Im ersten Monat des Jahres wurde nach Daten des Kraftfahrtbundesamtes lediglich ein neues Fahrzeug des Herstellers hierzulande zugelassen. Darüber hatte zuerst das Portal Elektroauto-news.net berichtet. Im vergangenen Jahr waren der Behörde zufolge insgesamt 325 neue Fahrzeuge zugelassen worden, wobei der Jahresstart mit 18 Anmeldungen ebenfalls wenig glamourös ausgefallen war. 2004 hatte sich dagegen die Zahl der Neuzulassungen noch auf insgesamt 398 belaufen.

Deutschlandweit waren im Januar knapp 194.000 Autos neu zugelassen worden. Gut 43.000 von ihnen hatten einen Stecker. Experten blicken derweil gespannt auf die Auswirkungen der neuen staatlichen Kaufprämie. Einzelheiten dazu waren erst Mitte Januar final beschlossen worden. Deswegen dürfte sich ein positiver Effekt frühestens ab Februar in den Zahlen niederschlagen. Dennoch werde der Effekt für den Gesamtmarkt aber überschaubar sein, heißt es von der Beratungsfirma EY. Die Bundesregierung fördert den Kauf neuer Elektroautos mit einer sozial gestaffelten Prämie von bis zu 6000 Euro. Sie gilt rückwirkend ab 1. Januar. Anträge können ab Mai gestellt werden.

Doch auch wenn es Nio hierzulande eher keine Rolle spielt. Für das Unternehmen läuft es insgesamt nicht so schlecht: Für das Abschlussquartal melden die Chinesen erstmals einen operativen Gewinn. Demnach fiel zwischen Oktober und Ende Dezember ein bereinigtes Betriebsergebnis zwischen 700 Millionen und 1,2 Milliarden Yuan (rund 101 Millionen bis 173 Millionen Dollar) an, wie der Konzern unlängst mitteilte.

Den Umschwung führte das Unternehmen vor allem auf einen starken Anstieg der Auslieferungen, einen besseren Produktmix mit höheren Margen und einem fortgesetzten Sparkurs zurück. Im vierten Quartal lieferte Nio weltweit 124.807 Fahrzeuge aus - ein Plus von mehr als 70 Prozent auf Jahressicht. Nio strafft angesichts des intensiven Wettbewerbs und eines Preiskampfes auf dem chinesischen Markt sein Geschäft.

Im Gesamtjahr 2025 steigerte das Unternehmen seine Auslieferungen nach eigenen Angaben um 47 Prozent auf 326.028 Fahrzeuge. Dies wurde maßgeblich von der starken Nachfrage nach seinen Premium-Modellen wie dem ET5 und ES6 getragen. Zudem begann Nio Mitte des Jahres mit der Auslieferung seines günstigeren Kleinwagens Firefly und erweiterte damit seinen Kundenstamm. Das Unternehmen hatte im vergangenen Monat bekräftigt, seine Geschäfte in Europa trotz der Diskussionen um EU-Zölle weiter vorantreiben zu wollen. Die Modelle ET5 und ES6 werden hierzulande derzeit mit einer 0,0-Prozent-Finanzierung angeboten.

Quelle: ntv.de, jwu/rts

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