Wirtschaft
Die neue Pipeline soll in der Nähe von Lubmin in Deutschland anlanden.
Die neue Pipeline soll in der Nähe von Lubmin in Deutschland anlanden.(Foto: dpa)
Dienstag, 15. Mai 2018

Umstrittenes Erdgas-Projekt: Nord Stream 2 AG startet Pipeline-Bau

Vor allem in den USA und Osteuropa gibt es Widerstand gegen die deutsch-russische Ostseepipeline Nord Stream 2. Doch die Kritik scheint zwecklos: In Mecklenburg-Vorpommern fällt der Startschuss für die Bauarbeiten.

In Mecklenburg-Vorpommern haben die Arbeiten für die umstrittene deutsch-russische Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 begonnen. Das teilte die Nord Stream 2 AG mit, eine Tochter des russischen Erdgas-Riesen Gazprom.

Demnach haben die Arbeiten für die neue Erdgas-Pipeline im Greifswalder Bodden mit seeseitigen, vorbereitenden Arbeiten für die spätere Rohrverlegung angefangen. "Fünf Baggerschiffe arbeiten ab sofort an der Erstellung des Doppelrohrgrabens", teilte die Nord Stream 2 AG mit. Die Genehmigung habe das Bergamt Stralsund im März erteilt. Es fehlt aber noch grünes Licht aus Dänemark, Russland und Schweden.

Durch zwei jeweils gut 1200 Kilometer lange Stränge sollen jährlich bis zu 55 Milliarden Kubikmeter russisches Erdgas durch die Ostsee nach Deutschland gepumpt werden. Die Menge reicht aus, um rein rechnerisch den Energiebedarf von mehr als 26 Millionen europäischen Haushalten zu decken. Als westliche Partner von Gazprom sind der deutsche Energiekonzern Uniper, die BASF-Tochter Wintershall, der französische Versorger Engie, die niederländisch-britische Shell und die österreichische OMV an der Finanzierung der Pipeline beteiligt.

Das milliardenschwere Projekt ist politisch umstritten. Länder wie Polen und die Ukraine lehnen es strikt ab. Sie fürchten unter anderem auch um ihre Einnahmen aus den Transitgebühren, die sie bisher für russische Erdgaslieferungen durch ihre Länder kassiert haben. Darauf angesprochen hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel zuletzt gesagt, die Ukraine müsse auch weiterhin eine Rolle als Transitland spielen.

Kritiker in Deutschland warnen vor einer zunehmenden Abhängigkeit der Europäischen Union von russischen Gaslieferungen. Kritik an der Pipeline kommt auch von den USA, die selbst wirtschaftliche Interessen in der Region haben und ihr Erdgas nach Europa exportieren wollen. Aber auch deutsche und finnische Umweltschützer versuchen den Bau zu stoppen, da sie Umweltschäden im Meer befürchten.

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Quelle: n-tv.de