Wirtschaft

Bayerisches Digitalministerium "Wir sind wie ein Startup im Staat"

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Selfie mit dem bayerischen Landeschef: Judith Gerlach wurde 2018 zur ersten Digitalministerin einer deutschen Landesregierung.

(Foto: picture alliance/dpa)

Judith Gerlach ist der Überzeugung, dass ein Produkt am Anfang nicht perfekt sein muss. Es sei wichtig, schnell etwas vorzuweisen, sagt die bayerische Digitalministerin und verweist auf die Bayernapp, die erste Verwaltungs-App in einem Bundesland.

Judith Gerlach war jüngste Abgeordnete im bayerischen Parlament, als sie 2018 erste Digitalministerin in einem Bundesland wurde. Für die Rechtsanwältin lag der Reiz darin, ein Ministerium aus dem Nichts aufzubauen. "Das war wie ein Startup, nur im Staat. Das war auch ordentlich knackig die ersten Monate", sagt Gerlach im ntv-Podcast "So techt Deutschland".

So techt Deutschland

In "So techt Deutschland" haken die ntv-Moderatoren Frauke Holzmeier und Andreas Laukat bei Gründern, Investoren, Politikern und Unternehmern nach, wie es um den Technologie-Standort Deutschland bestellt ist. Alle Folgen finden Sie in der ntv-App, bei Audio Now, Apple Podcasts, und Spotify. Auch bei Amazon Music und Google Podcast werden Sie fündig.

Vom Alter her sei sie bereits "Digital Native", aber im Vergleich zu den heutigen "Digital Natives" dann doch weit zurück, gibt Gerlach zu. Aber als Anwältin könne sie auch die Themen in der Breite denken und damit Entscheidungen treffen, die viele Ansprüche berücksichtigen müsse.

Ihr Anspruch ist es, nicht immer ein perfektes Produkt an den Start zu bringen. Es soll erst einmal schnell gehen und es sei wichtig, etwas vorzuweisen, sagt Gerlach und verweist auf die Bayernapp, die erste Verwaltungs-App in einem Bundesland. Sicherlich seien die Pleiten einiger staatlichen Apps, wie zum Beispiel der Führerschein-App, nicht hilfreich gewesen. Trotzdem sei es wichtig, dass der Staat, sich auch an die Umsetzung mache und nicht alles den privaten Unternehmen überlasse.

Prozesse intuitiver gestalten

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Bevor es jedoch an die Umsetzung solcher Apps gehe, müssten die Verwaltungsprozesse neu gedacht werden. Gerlach ist überzeugt, dass es nicht reicht, "analoge Prozesse in digitale zu übersetzen". Man müsse diese effizienter und intuitiver gestalten. Dieser Weg dauert länger, aber Gerlach glaubt daran, dass es sich auszahlt und man den Bürgerinnen und Bürgern am Ende bessere Prozesse biete.

Ein großes Hindernis sei oft noch das Schriftformerfordernis. Man kann noch so schöne digitale Prozesse haben, wenn der Bürger am Ende doch ausdrucken, unterschreiben und ans Rathaus schicken muss, "dann hat mir der ganze Prozess nichts geholfen", erklärt Gerlach.

Quelle: ntv.de

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